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Sex in the City

24 Okt

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Seit kurzem habe ich meine neue Wohnung in Berlin bezogen und muss sagen, Altbau is the best! Hohe Decken, lichtdurchflutete Zimmer, grosse Fenster, angenehm geschnittene Zimmer und charmante Architektur sprechen für den Altbau. Ich wusste dass die zu dünnen Wände ein Problem sein könnten aber kam zum Schluss dieses Opfer bringen zu müssen. Da hatte ich die Rechnung nicht mit meinen Nachbarn gemacht. Es handelt sich um Studenten, Künstler und Kreative junge Leute. Anfangs dachte ich noch, cool. Jetzt sage ich, oh nein!

Fangen wir damit an, dass ich mein Zimmer bezogen aber meinen Fernseher noch nicht angeschlossen habe. Ausserdem besitze ich kein Radio. Und auch keine Mitbewohnerin. Also fallen alle Lärmquellen weg, die eine Wohnung so mit sich bringt. Und da liegt nun mein Problem, ich höre alles was meine Nachbarn so machen. Und sie machen eine Menge! Leider!

Erst kürzlich, während ich meine Zähne putzte, vernahm ich merkwürdige Geräusche. Da in meiner Wohnung Totenstille herrscht, vernehme ich die leiseste Aktion. Ich versuchte das Geräusch einzuordnen und dachte erst es handle sich um eine verletzte Katze. Denn das Geräusch kam und ging mit einigen Unterbrechungen. DANN dämmerte es mir, es war die Stimme einer Frau, einer ziemlich zufrieden gestellten Frau! Oder war es doch einfach ein lauter Porno.

Liebesprotokoll meiner Nachbarn:

Erste Wahrnehmung meiner sexuell aktiven Nachbarn um 19h. Frau macht sich innerhalb von 15 Minuten 3 mal deutlich bemerkbar. Erste Annahme ein lauter Porno, doch durch dumpfe Geräusche, wahrscheinlich das Bett, was überstrapaziert wird, doch echte zwischenmenschliche Aktion.

Nun schon nach 20h, Frau wieder ziemlich laut. Lese die Geo Epoche über den 30 Jährigen Krieg  und werde deutlich aus der Thematik gerissen. Es handelt sich eindeutig um keine Katze und kein Filmchen. Ich frage mich, ob ihnen nicht langweilig wird.

Jetzt haben wir schon kurz vor 22h und ich will nun schlafen aber die Totenstille führt dazu, dass ich auch alles registriere. Dumpfe Geräusche werden wieder lauter, Frau wieder ziemlich zufrieden gestellt und ich entgeistert. Nun bin ich tatsächlich zu einer 80 jährigen Frau mutiert, aber ohne Katzen!

Am folgenden Tag wiederholt sich der Prozess. Alles wieder auf Start, ab 20h geht’s wieder rund. Nun mischt mein Nachbar unter mir mit, mit seinem Super-Soundsystem. Ich spüre den Bass, eindeutig zu intensiv. Und obendrein kommt es mir so vor, als ob meine Nachbarin im Nebenzimmer zufrieden gestellt.  „Warum ich? Was habe ich bloss verbrochen“ geht mir durch den Kopf. Gute Nacht!

Nächster Tag und ich räume meine Wohnung ein. Höre nun nebenbei Musik, sehr laut. Ok nur so laut wie es mein iPhone zulässt. Und dennoch, ich höre sie, laut und deutlich. Kann es sein, dass es einfach nur eine Einbildung ist? Jeden Tag, so lange, so laut, so glücklich? Ist es möglich? Menschlich machbar? Viele Fragen schiessen mir durch den Kopf. Eventuell ist es nur ein „Einweihungstest“ so was wie, wird die diesen Spiessrutenlauf überleben und weiterhin hier wohnen bleiben? Den Gedanken verwerfe ich schnell….

Sie haben einfach nur Spass und ich warte darauf, dass mein Gas freigeschaltet wird. Bis dahin wickele ich mich in meine 3 Decken ein und trinke Tee. Vielleicht wird mir ja dann warm ums Herz.

Eure Lina

Sexismus, eine unendliche Geschichte

3 Okt

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Und wieder beglückst uns Axe mit einer Reihe von purem Sexismus. Die neue Axe Werbereihe fokussiert sich diesmal auf „reife“ Frauen, die jungen Männern den Kopf verdrehen. Aber es wäre nicht die Werbestrategie von Axe, wenn die sogenannten reifen Frauen nicht aussehen würden wie makellose junge Frauen.

Der Sexismus hat sich mittlerweile so weit vorgearbeitet, dass Frauen im „reifen“ alter eingetrichtert wird, sie müssten aussehen wie junge Frauen. Viele alternde Models und Schauspielerinnen bestätigen diesen Trend. Den alt aussehen ist nicht en vogue. Was alt ist, sollte gefälligst frisch und knackig aussehen, egal was die Natur davon hält.

Männern gefällt diese Bemühung der Frauen, immer sexier, attraktiver und perfekter aussehen zu wollen. Diese Bilder prägen sich in unser Unterbewusstsein, wenn wir ständig mit solcher Werbung berieselt werden.

Lächerlich, wenn Frauen diesen sexuellen Fantasien nachgeben und sich demütigen lassen. Denn sie machen sich das Leben unnötig schwer und rennen hinter einem Ideal her, was kaum zu realisieren ist. Wer damit beginnt, nur noch dafür zu leben Männerfantasien zu erfüllen, bleibt was die Selbstachtung angeht auf der Strecke.

Valentinstag

14 Feb

Dieser Tag wird überbewertet, deshalb widme ich mich lieber einem anderen Thema 🙂

Die Doppelmoral und der doppelte Standard in der Türkei ist lebendig wie eh und je. Zuletzt gesehen bei der Diskussion, um die angeblich neuen Uniformen der Turkish Airways Stewardessen. Ja, es geht um eine schleichende Islamisierung oder besser gesagt ‚Osmanisierung‘ der Türkei. Und dass, ohne eindeutige Beweise und nur auf Grundlage des folgenden Fotos.

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Die Designerin Dilek Hanif, hat der türkischen Tageszeitung Hürriyet berichtet, dass die letztendlichen Modelle noch nicht fertig sind und die Vorabversion nicht wirklich Zuspruch gefunden haben. Aber was machen unsere Türken? Nein, sie warten nicht ab oder kritisieren in Massen, sondern hauen auf Erdoğan ein. So gehört sich das auch. Emotional in den Kampf reiten und von Rückschritt und Geißelung der Frauenrechten zu sprechen. Oh ja, Erdoğan ist schuld und die ganzen Muslime um ihn herum.

Denn jetzt tragen alle Frauen Mäntel, Kleidung aus Brokat und Schluppenblusen. Ihh, Islamisierung!!! *Pfui* Ach sonst noch Kritik an Erdoğans Politik? Aber bitteschön beim Thema bleiben und nicht persönlich werden. Denn Kritik ist wichtig, wertvoll und notwendig. Polemik ist schwach, unsinnig und kontraproduktiv. Verstanden? So, dann bitte ich um konstruktive Kritik an der türkischen Innenpolitik und keine hetzerische Propaganda oder Speichellecker-attitüde bei der Beurteilung von politischen Entscheidungen oder Veränderungen bei Stilfragen des Bordpersonal. 🙂

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Herrlich, obskurer Vergleich. Ja, denn 1968 war alles besser. Auch die Übersexualisierung der Frau als “Püppchen“ ist total modern und aufgeschlossen. Deshalb verbrannten Frauen auch ihre BH’s und plädierten für mehr Recht auf Partizipation. Wegen den pinken Miniröcken. Klingt meine Ausführung einseitig und unausgewogen? Gratulieren. Denn genauso klingen die Leute, die auf einseitige Weise die angeblich neue Kleidung im Jahre 2013 kritisieren. Eventuell haben sie im Kern recht aber die Kritik verfehlt das Ziel. Good morning my dear friends.

Ich finde die Kollektion für 2013 ziemlich altbacken und langweilig. Aber nicht weil die Damen kein Bein zeigen, sondern weil die Kleidung im engen Korridor des Flugzeuges noch beengend wirken würde. Ausserdem stehe ich nicht auf den Stil, aber das ist wohl Geschmackssache. Deshalb gleich den Teufel-an-die-Wand-malen kommt mir bedenklich vor. Früher war nicht alles besser und vieles schwieriger. Und heute sieht es nicht anders aus, nur verschieben sich die Problemfelder. D.h. weiter machen, denn es kann nur besser werden. Oder wir gehen alle unter und sterben einen bitterlichen Tod in bordeaux-rot 😉

So, das musste mal gesagt werden.

Eure Lina.

Todestrafe für Vergewaltiger

5 Feb

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Ich bin für die Todesstrafe für Vergewaltiger. Klingt krass? Ist es aber nicht ansatzweise. Ich habe meine guten Gründe für diesen Standpunkt. Es geht nämlich nicht nur um die Tat, die ja schon an Abscheulichkeit nicht zu überbieten ist, sondern auch die Folgen der Tat und die Traumata die bei den Opfern ausgelöst werden. In einigen Fällen sterben die Opfer  an ihren Verletzungen oder (werden) in den Selbstmord getrieben. In anderen Fällen müssen sie mit den Folgen weiter leben. Die Todesstrafe sollte aber nur dann verhängt werden, wenn die Beweise eindeutig sind. Ich plädiere nicht für eine massenhafte Exekutionen von irgend welchen Leuten aber man muss bei diesem Thema ein Exempel statuieren. Vergewaltiger sollten nicht einfach so davon kommen.

Den grössten medialen Aufschrei, hat die Vergewaltigung einer 23-jaehrigen Inderin im Dezember letzten Jahres hervorgerufen. Sie wurde von 6 Maennern in einem privaten Taxi vergewaltigt, im Beisein ihres Freundes. Während der Vergewaltigung, fuhren die Täter mit ihrem Opfer durch die Stadt. Sie wurde nicht nur vor den Augen ihres Freundes von 6 Maennern vergewaltigt, sondern auch auf brutalste weise mit einer Eisenstange gequält. Dabei wurde ihr die Eisenstange in ihren Genitalbereich gestossen, was zu grossen Schäden der inneren Organe zur Folge hatte. Anschliessend wurden beide aus dem Fahrzeug geworfen und haben stundenlang draussen in der Dunkelheit gelegen, bis die Polizei kam.
Die junge Frau ist später in einem Krankenhaus in Singapur gestorben, ihre Verletzungen waren zu stark.

Ihre Mörder stehen vor Gericht und bekennen sich Unschuldig. Was für eine Verhöhnung ihres Opfers. Die neuen Schnellgerichte in Indien, sollen dazu dienen Sexualstraftaten gegenüber Frauen schneller zu bearbeiten, es besteht die Möglichkeit der Todesstrafe.

Dieser Fall verdeutlicht die Brutalität, mit der Täter ihre Opfer quälen und behandeln.  Für mich steht fest, definitiv die Todesstrafe. Es gibt absolut keinen Grund und keine Rechtfertigung für eine Vergewaltigung. Egal um wen es sich handelt.

Am 2. Jahrestag der Revolution in Ägypten, kam es nach angaben der UNO zu sexueller Gewalt gegen Demonstrantinnen. Mindestens 25 Frauen wurden auf dem Tahrir-Platz in Kairo sexuell belästigt.  Eine 19-Jährige, die in eine Seitenstraße gezerrt, ausgezogen und mit einem Messer von 5 Maennern vergewaltigt wurde,  liegt noch immer mit schweren Schnittwunden im Genitalbereich im Krankenhaus. Hier könnt ihr euch das Video anschauen, wo man leicht erkennen kann wie Männer ihre Tat verüben. Ekelerregend!!!

Auch in Deutschland gibt es Vergewaltigungen. Vor 4 Jahren wurde ein damals 16-jaehriges Mädchen aus Wuppertal entführt und mehrfach vergewaltigt. Nun hat ihr ein Gericht 100.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.
Der Vergewaltiger wurde zu einer Haftstrafe von 12 1/2 Jahren verurteilt.

Ich verstehe nicht, wie mein bei Vergewaltigungen so ruhig bleiben kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Verbrechen von Einzeltätern oder von Gruppen (Armeen) verübt werden. Im Fokus steht die Demütigung und Erniedrigung von Opfern. Oft sind es Frauen und Kinder. Aber auch Männer werden unter bestimmten Umständen Opfer von angeordneten Vergewaltigungen, Beispielsweise in Kriegsgefangenschaft oder in Gefängnissen.

Es geht um Zermürbung und die Zerstörung des Opfers. Auch bei den oben genannten Beispielen sehe ich die hauptsächliche Motivation darin, Macht auszuüben und das Opfer zu zerstören und somit den eigenen Machthunger zu stillen. Womit haben diese Frauen das verdient?! Mir sind die Erklärungen a la, hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven, sexuelle Frustration und der Neid auf Frauen (wie im Falle Ägyptens) einfach nicht ausreichend genug. Es gibt keine Legitimation für solche Vorfälle. Auch wenn man nach Erklaerungsansaetzen sucht!

Eine Vergewaltigung ist kein normaler sexueller Akt. Es ist pure Gewaltanwendung. Viele der Opfer schweigen aus Scham, was ziemlich verständlich ist. Seien wir ehrlich, Männer aus dem orientalischen Kulturraum betrachten Frauen, die vor-ehelichen Geschlechtsverkehr hatte schon mit ziemlich anderen Augen. Wie sollte es da Frauen ergehen, die Opfer einer Vergewaltigung sind, mal ganz abgesehen von den seelischen Störungen die Opfer davontragen.
Aus Scham zu schweigen, gar beschuldigt zu werden man hätte es selbst gewollt, etwas getan was dazu geführt hat, dass es zum “Geschlechtsverkehr“ gekommen ist, führt zu Angstzuständen.  Wer schweigt, der trägt seine Last mit sich, ohne sie zu teilen und ohne Hoffnung auf eine eventuelle Heilung.

Aber leider ist es nicht leicht und sogar sehr schwer sich bei solch einem Erlebnis zu offenbaren. Ich wünsche allen Frauen, denen diese Abscheulichkeit widerfährt viel Kraft! Mögen die Täter für ihre Taten büssen und zwar bitterlich!

Eure Lina.

Wenn Männer über Liebe und Ehe sprechen

14 Nov

In Frauenrunden kommen wir immer wieder auf einige grundsätzliche Fragen zu sprechen. Oft driften wir in die Phrasendrescherei ab und werfen mit den Klischees um uns. Einige Negativbeispiele gefällig? Männer sind alle Schweine. Sie wollen nur das Eine und haben keine Gefühle. Sie sind oberflächliche Egoisten, die den Wert einer Frau nicht kennen. Sie können nicht lieben, denn ihr Herz ist aus Stein. Außerdem können sie sich nicht binden und sind untreu.

Ist es wirklich so? Verallgemeinern wir nicht manchmal zu stark und entfernen uns somit von der Realität? Diesen Klischees wollte ich in meinem Bekanntenkreis auf den Grund gehen und habe einige Männer befragt. Unter ihnen sind glückliche und verzweifelte Singles, sowie zufriedene verheiratete Personen im Alter zwischen 20 und 38 Jahren. Sie haben alle etwas, das sie verbindet: Sie haben eine Meinung zur Liebe und Ehe. Denn das sind die Themen, mit denen ich sie konfrontiert habe.

Was bedeutet für sie die Ehe? Welche Ängste gehen mit der Vorstellung der Ehe einher? Wie definieren sie Liebe? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Liebe und Ehe? Gibt es Phasen, wo die Begriffe Liebe und Ehe sich einem Wandel unterziehen und welche Rolle spielt die Ehe noch heutzutage? Und welche Negativbeispiele aus gescheiterten Ehen dienen als Warnung?

Ich bat zum Gespräch und habe einige interessante Einblicke gewonnen. Ich muss sagen, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Antworten alle wirklich ehrlich sind. Zumindest hoffe ich es. Es wurden Single-Männer, verheiratete und sich in einer Partnerschaft befindende Personen befragt. Sie kommen alle aus demselben Kulturkreis. Dabei handelt es sich sowohl um (angehende) Akademiker, als auch um Berufstätige. Hierbei handelt es sich um Muslime, von  praktizierenden bis hin zu weniger praktizierenden. Es ist spannend zu erfahren, ob der gemeinsame kulturellere Hintergrund eine Rolle bei den Vorstellungen der Männer spielt. Die Aussagen meiner Interviewpartner werde ich separat in einzelnen Abschnitten wiedergeben. D.h. jeder Abschnitt steht für die Position eines Mannes. Ihr könnt euch am Ende eine Meinung bilden und nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden ausschau halten. Mir geht es nicht um eine Verallgemeinerung der Aussagen, sondern einen Querschnitt in die Gedanken von einigen ausgewählten Personen. Statistische Repräsentativität kann ausgeschlossen werden, dafür erfülle ich keines der wissenschaftlichen Kriterien.

Ich frage einen der Singles, ob die verheirateten Freunde aus seinem Umfeld Machos sind. Er gibt eine erstaunliche Antwort: „Das Machotum ist irgendwie ausgestorben. Wirklich. Das gibt’s noch bei meinem Vater und Onkel. Die neuen Männer trauen sich nicht so was an den Tag zu legen. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“ Er meint, dass Männer, je älter sie sind, mehr Vertrauen innerhalb der Ehe haben. Ein grundsätzliches Problem bei verheirateten Paaren sei z.B. das abendliche Ausgehen mit Freunden. Ein Bekannter von ihm würde darüber klagen, dass er hin- und her gerissen sei. Auf der einen Seite würde ungern seine Frau alleine zu Hause lassen. Aber auf der anderen Seite stelle er sich die Frage, ob er sich mit ihr langweilen soll. Man könne ja schwerlich 24 Stunden aufeinander hocken.
Dieses Problem wird von vielen Singles, bei Verheirateten beobachtet und als sehr großes Problem wahrgenommen. Auf die Frage, ob Liebe von Anfang an vorhanden sei oder sich stetig aufbaue, meint er: „Sie baut sich natürlich auf. Von Anfang an? So ein Schwachsinn. Dazu hat man zu wenig Zeit miteinander verbracht.“ „Die Ehe ist etwas, was auf stabilem Fundament aufgebaut werden muss und die Liebe ist nicht stabil.“ Stabil bedeutet für ihn, dass die Mischung aus Bildungsstand, Religiosität und Charakter zusammenpassen müssen. Aussehen, finanzielle Stellung und Liebe seien dagegen relativ beweglich.

Ein anderer Single hat eine ganz spezielle Definition von Liebe und Ehe und kann sie mir sogar nur in einem Begriff zusammenfassen.
Liebe = die schönste Lüge
Ehe = Bullshit
Zur Ehe steht er folgendermaßen: „Die Ehe kann sehr schön sein, aber auch sehr schlimm. Ich persönliche finde die Ehe unnötig. Man kann sein Leben auch ohne die Ehe teilen. Sie ist irgendwie sehr offiziell. Wenn sich zwei Menschen lieben und es ernst meinen, dann brauchen sie kein Siegel dafür. Das bedeutet nicht, dass ich nie heiraten werde. Naja, man sollte nie zu großspurig reden.“

„Liebe ist, wenn man kein schlechtes Gewissen hat oder es einen nicht plagt, dass einen etwas entgeht, dass man Dinge verpasst und man deshalb die ganze Zeit daran denken muss, dass man nur einmal 25, 26 oder 30 ist.“ Für ihn drückt sich die Liebe innerhalb der Ehe folgendermaßen aus: „Mir geht es vor allem darum, dass man über alles, also über absolut aallleeesss, von unwichtigen Sachen bis hin zu Dingen, die einem nah gehen, reden kann. Dabei ist es weniger von Bedeutung, dass der Gegenüber sich gleich viel für gewisse Dinge interessiert. Es ist wichtig, dass sie weiß und es respektiert, dass es mir wichtig ist.“ Die Ehe wird seiner Ansicht nach überbewertet und oft hochstilisiert. Er sieht sie als eine Etappe, die man mit einem Partner gemeinsam meistert. Über den Zustand eines guten Freundes, der verheiratet ist, sagt er, dass dieser relativ unglücklich zu sein scheint, obwohl er eine super Frau hat und beide liebe Menschen seien. Das Problem sei die Einschränkung, wie oben erwähnt. „Weißt du, wenn es immer wieder Stress gibt, weil er mit Freunden was unternehmen möchte. Eigentlich ist es das Hauptproblem. Die denken dann, das mit der Ehe die Jugend verfliegt und man automatisch so wie Papa mit einem Ford Transit in die Türkei fahren muss.“ Ein Zitat möchte ich noch einbringen, was er im Bezug auf die Ehefrau eines seiner Freunde erwähnt. Dies gilt zum Teil als Warnung an die Damen: „Klar sollte man nichts ausarten lassen. Aber wenn ich schon an dieses hässliche, mit Hintergedanken behaftete „Viel Spaß“ denke, was seine hässliche Frau dem hinterher ruft, kriege ich das Kotzen!“

Ein nun glücklich und zufrieden verheirateter findet klare und eindeutige Worte zur Liebe. „Liebe ist selbstlos. Sie definiert sich nicht dadurch, dass man erst geliebt werden will und dann lieben kann, sondern liebt ohne darüber nachzudenken. D.h. Freude durch Gegenfreude.“ Und im Scherz und mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu, dass die „Die Ehe ist der Reinfall auf eine Frau, wo man nicht so ohne weiteres wieder raus kommt.“ Er muss es wissen, denn schließlich ist seine Geschichte speziell. Den ersten Wunsch zum heiraten verspürte er mit 18 Jahren. Dann mit 24. Aber beide Male hatte es nicht geklappt. Mit 30 hatte es nun endlich funktioniert, aber das ganze hielt lediglich drei Monate. Zu unterschiedlich waren die Vorstellung der beiden über Liebe und Ehe. Dann schließlich mit 37 hätte es erneut gefunkt und funktioniert. „InsAllah, so Gott will, hält es bis ins Jenseits.“

Für ihn ist die Liebe etwas Wunderbares und beinhaltet die bedingungslose Bindung an die geliebte Person. Man müsse die Person mehr lieben als sich selber. Die Konsequenz würde bedeuten, dass die geliebte Person auch verlassen werden kann, weil man ihr das Leid und die Pein ersparen möchte. Er ist glücklich verheiratet und ist ein Mensch der mitten im Leben steht und sich in einer großen Community bewegt. Zur Ehe sagt er. „Sie ist eine Institution. Sie hat Vor- und Nachteile und man heiratet um bei dem geliebten Schöpfer seine Schuld zu begleichen. Liebe und Ehe funktionieren ganz gut. Die Liebe ist meist der Anlass für die Ehe.“ Seine Frau, die er später vorgestellt bekam, entsprach rein nach den Fakten so gar nicht seiner Traumvorstellung. Sie erfüllte keine der Kriterien, die für ihn von essentieller Bedeutung waren. Und dennoch ist er von ihr entzückt und findet die Entscheidung zur Eheschließung absolut richtig. Auf die Frage, was er denn glaubt, warum so viele Ehen scheitern gibt er eine klare Antwort: „Meistens sind es Kommunikationsschwächen, Glücksspiel oder Fremdgehen.“ Oftmals würden die Männer Fremdgehen, weil es in der Ehe zur fehlenden sexuellen Befriedigung komme. Sein nüchterne Bilanz „90% aller Männer gehen fremd.“ Er betont, dass er kein Therapeut sei und sich mit dieser Materie nicht detailliert auskenne. Aber seinen Beobachtungen im Umfeld zur Folge sieht es etwas düster aus: „Grundsätzlich ist es leider so, dass selbst Muslime ihre ersten sexuellen Erfahrungen vor der Ehe sammeln. Die Frauen sind, zumindest in den konservativen Kreisen in der Regel unerfahren. Statt über sexuelle Bedürfnisse zu sprechen, wird alles erduldet. Irgendwann jedoch platz die Naht und es wird über belangloses gestritten. Das eigentliche Problem wird nicht angesprochen.“ Sein etwas gewöhnungsbedürftiges Fazit lautet: „Ein Seitensprung kann in Ausnahmefällen tatsächlich sogar Ehen retten.“ Sagt der Mann, wie denken wohl die Frauen darüber. Genauso wohlwollend?

Ein weiterer, überzeugter Single definiert Liebe als „Emotion. Es ist ein Gefühl der Zuneigung gegenüber einer Sache, Dingen und Menschen. Ist sehr universell. Ich finde sie angenehm und wertvoll und sie nimmt an Intensität zu, je stärker wir es der anderen Person zeigen.“ Für ihn hat Liebe auch etwas mit Sexualität zu tun. Besonders in der ersten Phase der Beziehung. Für ihn steht fest, man muss sich definitiv anziehend finden. Sein Fazit lautet: „Die Liebe ist auf jeden Fall vergänglich!!!“ Sie verwandelt sich im Idealfall in Respekt um. Das bedeutet für ihn, man respektiert die Zeit, die man mit diesem Menschen zusammen verbracht hat. Wichtige Einflussfaktoren, die unser Liebesverständnis prägen seien „Film und Musik. Wir werden sehr stark davon beeinflusst.“ Die Verliebtheit sieht er als chemischen Prozess an, die auf keiner Logik basiert. „Die Ehe ist ein Abkommen. Zwei Menschen treffen eine Entscheidung, du gehörst mir und ich dir. Das ist die Sehnsucht nach Geborgenheit und Schutz.“ Als gesellschaftlicher Akt hat der Status Ehe Vorteile. „Man wirkt auf andere vertrauenswürdiger und moralischer. Die Glaubwürdigkeit nimmt zu und man hat eine Vorbildfunktion“ Als Person mit vielen verheirateten Freunden, hat er eine gute Sicht, um die Menschen um sich herum zu beobachten und Schlüsse ziehen zu können. Deshalb frage ich ihn, nach den möglichen Gründen, weshalb so viele Ehen scheitern.
„Die Menschen sind manipuliert durch die Medien und streben nach Perfektion. Man wird schnell unzufrieden mit dem eigenen Partner. Durch Film, Medien und Musik wird der Anschein erweckt, dass der eigene Partner nicht perfekt genug sei. Irgendwie ist es eine Manipulation der Wirklichkeit.“ Eine Horrorgeschichte hat er ebenfalls parat. Ein Bekannter ging in der Hochzeitsnacht zu einer Prostituierten, weil seine frisch angetraute Ehefrau keinen Sex haben wollte. Beide damals um die 20. Er meint, beide seien unglücklich verheiratet. Sein Bekannter würde ständig über seine Ehefrau nörgeln, nun schon seit acht Jahren. Die größte Angst der Männer vor der Ehe sei die Endgültigkeit. Das Prinzip Game Over. „Es geht um den Verlust der totalitären Entscheidungsfreiheit. Besonders ein und denselben Sexualpartner haben zu müssen. Dann könnte eine Art Monotonie aufkommen und der Sex würde nur noch langweilig und formell werden.“ Er ist wohl nicht der einzige Mann, der vor dieser, natürlich äußerst gruseligen Vorstellung Angst hat.

Ein frisch verheirateter ist der Ansicht, dass die Ehe eine Art von Geborgenheit und Rückhalt biete. Man sei auf jeden Fall abgesichert. Außerdem würde man Verantwortung tragen, sei im Gegenzug von Ängsten befreit. Denn man könne von nun an die Zukunft gemeinsam planen, mit all seinen positiven und negativen Seiten. Zur Liebe sagt er: „Es ist ein menschliches Bedürfnis. Sie ist nicht begrenzt auf zwei Menschen und ist der Nährboden der Moral. Denn dadurch können wir moralische Urteile fällen. Eine Grundliebe ist nötig für die Ehe. Aber dieses ‚Besondere’ muss nicht vorhanden sein.“ Eine besonders schöne und liebevolle Anekdote hat er mir ebenfalls offenbart. Sie zeugt davon, wie sehr er und seine Frau sich ergänzen und als Team zusammenspielen. „Früher habe ich das Morgengebet immer verschlafen. Dank meiner Frau ist es nicht mehr der Fall. Denn sie weckt mich auf.“ Seit dem er verheiratet ist, wäre sein Alltag strukturierter. Über Eheprobleme würde man unter Männern nicht reden. Das findet er auch ganz gut. „Denn die Probleme die man als Ehepartner hat, dürfen nicht nach außen gelangen. So etwas macht die Ehe kaputt.“

„Ab 30 hat sich der Begriff der Liebe bei mir verändert. Ich setze mittlerweile andere Schwerpunkte. Früher ging es mir nur um das Emotionale, ohne dabei meine Ratio einzubringen. Die Logik wurde nicht berücksichtigt. Ich war eher stark von Film und Fernsehen beeinflusst und der reale Bezug fehlte völlig.
Doch nun, nach meinem 30. Lebensjahr geht es mir mehr um die Logik und den gegenseitigen Respekt. Man sollte sich als Ehepaar gegenseitig vervollkommnen. Mein Fokus liegt nun auf der Religiosität, denn ich bin selber ebenfalls sehr gläubig.“ Er ist nun ebenfalls verheiratet und sehr zufrieden mit diesem Zustand. Früher wollte er Ehe und Liebe miteinander verknüpfen. Mit den Jahren kam er aber zu einem anderen Schluss. Die bewusste Auswahl seiner potentiellen Frau stand für ihn an erster Stelle. „Ich habe von Liebe auf Logik gewechselt. Die Beispiele aus meinem Freundeskreis haben mich dabei bestärkt.“ Besondere Herausforderung nach der Ehe war der Aspekt des Teilens und der Kompromissbereitschaft. „Ich war vorher sehr eigenständig. Das fing beim Studium an, zog sich über das Reisen und die Haushaltsführung hin. Ich habe gelernt, alles selber zu erledigen und brauchte nie eine andere Person. Dann kam diese Patt-Situation.“ Er musste realisieren, dass er von nun an den Alltag mit einer anderen Person gestalten musste. Eine große Portion Kompromissbereitschaft war nötig.
Seine bittere Erkenntnis bei vielen Ehen in seinem Umfeld: „Viele gehen Fremd.“ Die Begründung blieben die Männer sich schuldig. Oft erklären sie ihr Verhalten damit, dass sie ein Mann seien und es sich von selbst erkläre. Liebesehen seien genauso vom Scheitern betroffen, weil sich die meisten kaum kennen würden. Die Herausforderung des Alltags würde die meisten Liebesehen zerstören. Die Liebe verfliege und übrig bleibe die Zweckbeziehung.

Der letzte im Bund ist ein schon länger verheirateter junger Mann. Die Verliebtheit kann man immer noch durch die Zeilen hören: „Liebe ist ein unbeschreibliches Gefühl zwischen zwei Menschen. Wenn man alles in Kauf nimmt für diesen Menschen, dann ist es Liebe. Aber ich finde, dass das Lieben schöner ist, als geliebt zu werden. Denn wenn du liebst, kannst du dir ziemlich sicher sein. Das ganze hat viel mit Opferbereitschaft ohne Erwartungen zu tun. Ich erwarte nichts Spezielle von meiner Frau, ich bin mir ziemlich sicher dass sie mich liebt ;-)“ Die Ehe ist für ihn ein legitimes Zusammensein. Diese sollte man dann eingehen, wenn man Liebe empfindet. Besonders wichtig für ein erfolgreiches Eheleben ist die Teilung privater Bereiche. Beide Ehepartner müssten, unabhängig voneinander, Freundeskreise und Hobbys haben. Das ständige Aufeinanderhocken belaste sonst die Liebe. Dass seine Frau zwei Jahre älter ist als er, störe ihn nicht. Das Scheitern vieler Ehen sieht er skeptisch. „Alte Traditionen werden aufgeweicht und man lebt nur noch obligatorisch zusammen. Die Spielsucht ist ein enormes Problem. Oft ist es im Vorfeld nicht bekannt und zeichnet sich in der Ehe ab.“

Viele Geschichten und Ansichten wurden gehört und verarbeitet. Im Nachgang habe ich sie noch einmal für mich analysiert. Alle glauben sie an die Liebe. Dennoch schwingt bei den meisten eine Nüchternheit mit. Romantik ade, her mit der Logik. Auf dieser Grundlage sollte Mann eigentlich eine gute Auswahl treffen. Und Frau sollte sich im Vorfeld von Romantik a la Bollywood verabschieden. Unsere Herren achten auf pragmatischere Dinge. Und in der Ehe? Da wird der Begriff der Romantik durch Respekt und Achtung ausgetauscht. Würden die meisten Männer wirklich auf die fundamentalen Dinge achten, dürften wir Frauen uns glücklich schätzen. Dennoch bin ich etwas enttäuscht, dass die Männer so wenig auf die Emotionen eingegangen sind. Zwar definieren sie die Liebe als wichtiges Gefühl aber berücksichtigen sie dann in der Ehe selten bis kaum. Dann geht es nur noch um Logik. Immerhin geht es hier um die potentielle Mutter ihrer Kinder. Dass im Umkehrschluss so viele Männer Fremdgehen und sexuelle Ausschweifungen anderweitig ausleben ist ein bitterer Nebeneffekt.

Nutzt ruhig euren Verstand, der ist absolut notwendig, aber vergisst nicht auch ab und zu auf euer Herz zu hören.

Eure Lina.

Gefährliche Kinderliebe

23 Aug
(Gefunden auf der Seite: http://trendland.net/2011/06/13/cadeaux-by-sharif-hamza-for-vogue-paris/cadeaux-by-sharif-hamza_vogue/ Goldig im Leopardenbett mit provozierender Pose)

Es ist ganz üblich, dass wir in Hochglanzmagazinen wunderschöne (bearbeitete) Frauen bewundern und uns (überteuerte) Stylingtipps einholen. Dabei übersehen wir häufig, die zahlreichen Magermodels und ihre erschreckend ausgemergelten Körper. Hauptsache die Hotpants und Miniröcke sehen ‚gut‘ aus. Die knochigen Beine wirken wie ein kleines Übel. Darüber, dass die meisten Models aussehen wie ausgehungerten Menschen aus Afrika, spricht man in der Modewelt nicht. Das Schönheitsideal ist ein anderes.

Doch was ich erst kürzlich entdeckt habe, hat mich zutiefst schockiert und mir zu denken gegeben. Es geht um die Fotostrecke vom Fotografen Sharif Hamza und der Stylistin Melanie Huynh in der Vogue Paris Ausgabe Dezember/Januar 2010-11. Es ist die Krönung der pädophilen Fantasien. Kleine Mädchen, im Alter bis zu 10 Jahren, räkeln sich wie erwachsene Frauen und im Styling von diesen nicht zu unterscheiden.

Der Kommentar im Standard.at war in keinster weise nachvollziehbar. Dort echauffiert sich der Autor Stephan Hilpold über die Kritik an den Bildern und verweist, wohlgemerkt OHNE Argument darauf, dass es sich hier bei um „eine offensichtlich ironische Kostümparty mit Kindern“ handelt und lediglich schockieren soll. Hmm, ok. Die Posen, die Kleidung, die Schminke und die Inszenierung sprechen eine eigene Sprache.

Damit ihr euch eure eigene Meinung bildet, möchte ich einige der Fotos veröffentliche. Die Gesamte Bilderstrecke ist auf der Seite Trendland abrufbar. Hier einige Exemplare des Shootings. -mit der Zahnbürste! im Mund!- High Heels und sündig rote Lippen- und lasziv auf dem Tigerfell. Kindliche Unschuld im Gewand einer Femme Fatale. Eine eindeutige Bilderstrecke, die pädophile Neigungen verstärkt.

Eure Lina.


Ja, ich bin eine Schlampe!

12 Aug

Ok, genug. Ich muss unbedingt das Thema Frauen verarbeiten. Ich habe heute eindeutig zu viele Zeichen des Schicksals erhalten. Schlagwörter sind Slutwalk, Frauenhäuser Afghanistans, Frauenfeindlichkeit, Feministinnen aus der Ukraine, stumpfsinniger Sexismus und Mode-Opfer aus dem www. Dazu muss ich betonen, dass ich heute etwas kritischer und zynischer als sonst bin. Und mein Beitrag wird dementsprechend nicht jedem gefallen. Das muss er auch nicht. Nur damit dies klar gestellt ist 🙂
Don’t hate me, because i’m critical.

Viele Frauen haben dasselbe Problem, sie werden diskriminiert. Dies geschieht auf unterschiedlichste weise und ist Standort abhängig. In den Dörfern Afghanistans und auf den Strassen von England gibt es bestimmt feine Nuancen Unterschiede. Die Art und Weise der Diskriminierung und Behandlung von Frauen unterscheidet sich hierbei ebenfalls sehr stark. Ich möchte mit dem Slutwalk und den ukrainischen ‚Feministinnen‘ beginnen.

Beide Gruppen/Aktionen sind gekennzeichnet durch nackte Tatsachen. Das bedeutet soviel wie, je weniger Kleidung, desto mehr Protest. Als emanzipierte Frau fällt mir bei beiden Aktionen die Kinnlade auf den Boden. Wieso muss ich mich enthüllen um mich zu schützen? Ist es nicht genau diese Entblößung, die Männern gefällt? Aha, also nackt durch die Straßen laufen, herum schreien ich sei ebenfalls eine ‚Schlampe‘ und mehr Rechte fordern. Dabei das kapitalistische Werbemotto Sex Sells beherzigen und mir zufrieden auf die Schultern klopfen? NO WAY! Wenn ich auf ein Problem aufmerksam machen möchte, dann behalte ich meine Kleidung an und werde nicht zum Opfer, das ich nicht sein möchte. Letztendlich geht es doch hierbei um die Demütigung und Stilisierung der Frau als Objekt der Begierde. Ein Fantasiewesen, was die Gelüste befriedigen soll. Ewig dasselbe Spiel, seit Anbeginn der Menschheit. Dass mit nun Frauen sagen, ‚Zieh dich aus, du bist emanzipiert, entscheide selber wieviel Brust, Bein und Po du zeigen möchtest‘ macht die ganze Farce nicht besser. Im Gegenteil, das macht mich ziemlich stutzig. Nun reden Frauen wie notgeile Männer und das ist legitim und gut? Hmm, nein nicht wirklich.

Dann gibt es Schicksale von Frauen, die tragischer und trauriger nicht sein können. Beispielsweise in die Frauenhäusern in Afghanistans.

„Bebigil wurde an einen alten blinden Mann verkauft. „Für viel Geld“, sagt die Afghanin, die damals kaum zwölf Jahre alt war. Bebigil gelang die Flucht. Doch noch heute lebt sie in Angst, denn die Familie ihres 45-Jahre älteren Ehemannes will sie töten. Bebigil lebt in einem der 17 Frauenhäuser Afghanistans. Ihr Schicksal ist nur eines von vielen Tausenden in einem Land, in dem Gewalt, Missbrauch, Kinderehen und Zwangsheirat Alltag sind.“ (taz)

Um auf Bebigils und das Schicksal vieler Frauen aufmerksam zu machen, werde ich niemals meine Brust entblößen und in Reizunterwäsche auf der Straße protestieren. Denn damit tue ich weder ihr, noch mir einen gefallen. Lediglich den ekelhaften Männern, die mich gierig angaffen würden. Wem ist damit wirklich geholfen?

Auch die brutale Gewalt von Männern gegen Frauen in Pakistan ist düster und traurig. Wenn Frauen der Besitz eines Mannes werden, nimmt er sich das Recht über sie zu bestimmen. Dies hat absolut nichts mit Religion zu tun. Sie ergreifen Besitz über den Körper ihrer Frau und schänden ihn. Finger werden abgehackt, Nase abgeschnitten und Wunden zugefügt. Auch die Seelen dieser Frauen leiden Qualen. Wer als Gegenstand oder Eigentum betrachtet wird, dem fehlt die Möglichkeit auf Eigenständigkeit. Wie selbstherrlich so mancher Mann lebt, ohne dabei ein Fünkchen Menschlichkeit an den Tag zu legen. Es fehlt die Chance auf Entscheidungsfreiheit.

Die haben wir in den entwickelten Industriestaaten reichlich. Das ist in der Tat ein kostbares Gut. Und ich bin mehr als dankbar dafür. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Freiheit zu entscheiden überträgt sich auch auf die Kleidung. Und dies führt mich zu einem weiteren Punkt. Den Mode-Opfern. Ja ok, es wirkt nun bestimmt gehässig und gemein. Aber wer will leugnen, dass das nun folgende an den Haaren herbeigezogen ist? Falls es einen empört oder entrüstet, dann möge er mich kontaktieren oder für immer schweigen.  Nun gut.

Da wir über unseren Körper entscheiden können, dürfen wir auch entscheiden was wir anziehen. Eigentlich eine super Sache. Wenn da die Nutten-Kleidung nicht wäre, die mittlerweile ziemlich salonfähig geworden ist. Natürlich kann jeder anziehen was er möchte. Und ich darf im gleichem Atemzug auch kritisieren wie ich möchte. Wer sich so öffentlich zur Schau stellt, sollte berücksichtigen Kritik zu ernten. Besonders auffällig ist die rasante Zunahme an Nutten-Schuhen im Alltag. Ein Trend der Modeindustrie, der ziemliche böse sein kann. Plateauabsätze in allen erdenklichen Formen und Farben. Durchsichtig, Lack, Leder, spitz, süß, verspielt und rot. Alles was man kaufen kann ist gut. Und so wird der Dresscode von gewissen Damen zum Trend schlecht hin und wird im World Wide Web präsentiert. Mittlerweile sind sich die Damen nicht einmal zu schade, für die eigene Degradierung durch die böse Titulierung. Yeah, ich bin ne Bitch, und? Widerspruch? Fehlanzeige. So gesehen hier.

Da ist es kaum erstaunlich, dass sich amerikanische Stars exzellent demütigen und dabei so tun, als ob es Satire wäre. Besonders in dem angeblich ‚witzigen Werbespot‘, wo sich die schönen Hollywood Schauspielerinnen die Klinke in die Hand drücken, um sich als Opfer der sexualisierten Industrie zu brandmarken. Wo ist hier der Witz? Geschweige denn die Pointe? Ich kann sie beim besten Willen nicht ausfindig machen. Fassungslosigkeit war das einzige, was dieser scheußliche Clip bei mir auslöste.

Bravo meine Damen! Sie haben es geschafft, ich schäme mich für sie alle!

Eure Lina.

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