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Miranda Kerr- Kehrt sie weg!

23 Apr

 

Das sind nur einige Schlagzeilen der letzten Tage über das Australische Model Miranda Kerr. Kein Tag vergeht, an dem es nicht eine unnötige Information über den Dauergast der Schlagzeilen gibt.

Diese Art der ‘Berichterstattung’ führt dazu uns mit sinnlosen, unwichtigen und belanglosen Informationen zu berieseln, bis wir die wirklich wichtigen Dinge nicht mehr realisieren oder verarbeiten können. Oder kann mir einer von euch die strategische Bedeutung der Ukraine-Krise und Russlands Postion bzgl. der Gaslieferungen an die Region erklären?

Nach OECD-Zahlen beziehen fünf EU-Länder ihre Gaslieferungen ausschließlich aus Russland: Bulgarien, die Slowakei, Finnland und – Polen. Auch Ungarn (70 Prozent) und Griechenland (54 Prozent) sind noch stärker auf russisches Gas aus der Pipeline angewiesen als Deutschland, das 39 Prozent seines Bedarfs aus Wladimir Putins Reich bezieht und damit über dem EU-Schnitt von 31 Prozent liegt.“

Nein, beschäftigen wir uns lieber mit der permanente Sexualisierung von Mädchen und Frauen, die oft kaum zu ertragen ist. Nicht nur in modernen und westlichen Gesellschaften ist dies gang und gäbe. Auch in Gesellschaften des Orients wird die Bevölkerung ständig mit der Berichterstattung von “unnötig-schönen” Frauen bombardiert. Die einzige Rechtfertigung warum über diese Frauen berichtete wird ist ihre Schönheit. *Gähn* Die Frau als Objekt der Begierde und Sinnbild für sexuelle Fantasien, Kerr & Co. werden nicht müde sich diesem Diktat zu unterwerfen.

Doch wer sich ständig mit seinem äußeren Erscheinungsbild beschäftigt hat irgendwann keine Zeit ein Buch zu lesen oder sich zu bilden.

Dennoch wird es wohl weiter täglich Schlagzeilen über Miranda Kerr & Co. geben, zwar auch über russisches Gas aber die sexuellen Fantasien Miranda Kerr’s bleiben uns wohl eher in Erinnerung.

Eure Lina.

 

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Weißer Phosphor

19 Jan

Phosphor  bedeutet „lichttragend“, vom Leuchten des weißen Phosphors bei der Reaktion mit Sauerstoff abgeleitet, ist ein chemisches Element mit dem Symbol P und der Ordnungszahl 15. Im Periodensystem steht es in der fünften Hauptgruppe oder Stickstoffgruppe.

Weißer Phosphor ist die flüchtigste und reaktivste Modifikation des Phosphors. Er besitzt eine Dichte von 1,82 g/cm3, einen Schmelzpunkt von 44,25 °C, einen Siedepunkt von 280 °C und ist durchscheinend und wachsartig. In Wasser ist er praktisch unlöslich.

In fein verteiltem Zustand entzündet sich weißer Phosphor an der Luft von selbst, ab etwa 50 °C entzünden sich auch kompakte Stücke. Daher muss weißer Phosphor unter Wasser aufbewahrt werden. Brennender Phosphor darf nicht mit Wasser gelöscht werden, da die Gefahr besteht, dass der Phosphorstaub in feine Ritzen gespült wird und sich nach Verdunstung des Wassers wieder selbst entzündet. Brennender Phosphor wird am besten mit Sand gelöscht.

Schauen wir einmal wozu dieses Teufelszeug führen kann:

  • Die Wunden seien wie normale Brandverletzungen behandelt worden. Doch am nächsten Tag hatten sich zum Entsetzen der Ärzte unter den Verbänden klaffende Brandlöcher gebildet. Die Muskulatur war teilweise bis auf die Knochen ausgefressen – durch weißen Phosphor, der immer weiter brennt, manchmal eine Woche lang, bis die Substanz aufgezehrt ist. (Tagesspiegel)
  • „Weißer Phosphor kann Häuser niederbrennen und schreckliche Verbrennungen verursachen, wenn er die Haut berührt“, so Marc Garlasco, Militäranalyst bei Human Rights Watch.
  • Die Wunden müssen sofort und so tief wie möglich ausgeschnitten und gesäubert werden. Manchmal beginnt das Gewebe sogar während der Operation wieder zu brennen. Viele Opfer bleiben ihr Leben lang entstellt. Schon Verbrennungen von zehn Prozent der Haut können zum Tod führen, weil auch Leber, Herz und Nieren zerstört werden.
  • In seiner reinen Form hat Phosphor eine weiße Farbe. Weißer Phosphor ist die gefährlichste Form des Phosphors, er ist hochgiftig und in vielen Fällen war dessen Aufnahme tödlich. Die meisten Personen, die an der Aufnahme von weißem Phosphor gestorben sind, hatten versehentlich Rattengift geschluckt. Vor dem Tod kommt es dabei meist zu Brechreiz, Magenkrämpfen und Benommenheit. Weißer Phosphor kann auch zu Hautverbrennungen führen und diese Verbrennungen verursachen wiederum Schäden an Leber Herz und Nieren.

Betrachten wir doch einmal den aktuellen Einsatz von Weissem Phosphor in kriegerischen Auseinandersetzungen in den letzten Jahren.

  • Im April 2004 in der irakischen Stadt Falludscha berichtete die North Country Times, dass Weisser Phosphor durch die amerikanischen Streitkräfte benutzt wurde. Im November 2005 berichtete der italienische Fernsehsender RAI in einem Beitrag mit Erzählungen von Augenzeugen, welche allem Anschein nach die bereits vor einem Jahr kursierende Gerüchte bestätigen, wonach US-Truppen auch in der Häuserschlacht chemische Kampfstoffe eingesetzt hätten.
  • Einige Tage später mitte November 2005 bestätigt das amerikanische Verteidigungsministerium gegenüber der britischen BBC, „Wenn sie feindliche Kräfte haben, die aus versteckten Positionen agieren, so dass ihre hochexplosive Artillerie keine Auswirkungen hat und sie sich wünschen diese Leute aus ihren Verstecken herauszubekommen, dann ist eine Möglichkeit die Verstecken mit weissen Phosphor zu beschiessen. Die Kombination aus Feuer und Rauch, wird in einigen Fällen sie aus ihren Löchern aufschrecken so dass man sie dann mit Sprengstoff töten kann.“ Hier ein sehr guter Beitrag über den Einsatz von weissem Phosphor im Irak auf democracynow.org
  • Auch im Libanonkrieg zwischen der schiitischen Miliz Hisbollah und Israel, im Juli 2006 der 33 Tage andauerte, wurde weisser Phosphor eingesetzt. Die israelische Zeitung „Haaretz“berichtete, dass  der israelische Minister Jaakov Edri, nach einer entsprechenden Anfrage einer Abgeordneten den Einsatz von Phosphorbomben im Libanon-Krieg bestätigte. Über 1.200 Libanesen wurden während des Krieges getötet und über 4.400 verletzt. Auf der Seite der Israelis kamen 44 Menschen ums leben, 690 wurden verletzt.
Laut dem libanesischen Arzt Dr. Hussein Hamid al-Shel, wurden 3 Körper eingeliefert die vollständig schwarz und grün waren, ein charakteristisches Merkmal von Phosphor.
  • Die Militäroffensive der israelischen Armee „Gegossenes Blei“ begann am 28. Dezember 2008 statt und richtete sich gegen die Bevölkerung im Gazastreifen. Laut Amnesty International: „Die Offensive war mit Kriegsverbrechen und schwerwiegenden Verletzungen des humanitären Völkerrechts einhergegangen. Die israelischen Streitkräfte führten willkürliche und unverhältnismäßige Angriffe gegen die Zivilbevölkerung durch; medizinisches Personal wurde attackiert und getötet und palästinensische Zivilpersonen als „menschliche Schutzschilde“ missbraucht. Auf dicht besiedelte Gebiete wurden Bomben mit weißem Phosphor abgeworfen. Mehr als 1380 Palästinenser, darunter über 330 Kinder und Hunderte von Zivilpersonen, kamen ums Leben. Der Großteil des Gazastreifens wurde dem Erdboden gleichgemacht und dabei lebenswichtige Infrastruktur zerstört. Die Wirtschaft kam zum Erliegen, zugleich wurden Tausende von Palästinensern obdachlos.“
Die „New York Times“ hat inzwischen berichtet, dass in Gaza-Stadt Granatenfragmente mit der Aufschrift M825A1 gefunden wurden. Dabei handelt es sich um Phosphorgranaten aus US-Produktion. Die Geschosse des Kalibers 155 Millimeter setzen bei der Explosion 116 mit weißem Phosphor getränkte Filzkeile frei, die sich beim Kontakt mit Sauerstoff entzünden und fünf bis 15 Minuten lang eine Rauchwand erzeugen.
  • Phosphor wurde schon von Armeen im 1. und 2. Weltkrieg benutzt. Auch im Vietnamkrieg in den 60ern wurde Phosphor von amerikanischen und britischen Armeen umfangreich verwendet.

Und was sagt das Internationale Recht zum Einsatz von Phosphorbomben?

  • Wegen schwerer Verletzungen, die die Substanz erzeugt, ist in den letzten Jahrzehnten den Einsatz von Phosphormunition gegen zivile oder militärische Ziele zu nutzen verboten worden.
  • Umstritten ist, ob Phosphorbomben nicht nur als Brandwaffe, sondern wegen ihrer Giftigkeit auch als chemische Waffe anzusehen sind; deren Einsatz würde gegen die Chemiewaffenkonvention verstoßen.
  • Aber als Rauchmittel ist weisser Phosphor laut der Genfer Konvention allgemein erlaubt.

Interessant oder?

Eure Lina.

Der Tod des Schlächters

11 Jan

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Ariel Sharon ist tot.

Der ehemalige Ministerpräsident Israels lag schon seit acht Jahren im Wachkoma, er wurde künstlich am Leben gehalten. Er war praktisch schon tot, doch war es ihm nicht gegönnt von dieser Welt zu gehen.

Sharon bleibt uns in Erinnerung durch das Massaker von Sabra und Schatila, einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon. Zwischen dem 16. und 18. September 1982 wurde das Flüchtlingslager von phalangistischen Milizionären (maronitisch-christlichen) gestürmt und unter den Augen der israelischen Soldaten, wurden Frauen, Kinder und Alte verstümmelt, gefoltert, vergewaltigt und getötet. Die Zahl der Opfer konnte nie wirklich geklärt werden Es soll sich dabei um über 3.000 Zivilisten handeln. Eine der grausamsten und fürchterlichsten Massaker des 20. Jahrhunderts.

Das Massaker wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 16. Dezember 1982 als Genozid gewertet:

„The General Assembly, (…)

Appalled at the large-scale massacre of Palestinian civilians in the Sabra and Shatila refugee camps situated at Beirut,

Recognizing the universal outrage and condemnation of that massacre, (…)

1. Condemns in the strongest terms the large-scale massacre of Palestinian civilians in the Sabra and Shatila refugee camps;

2. Resolves that the massacre was an act of genocide.“

Sharon war zu dieser Zeit Oberbefehlshaber der israelischen Armee und hat dieses Massaker stillschweigend gebilligt. Aber nicht nur dieses Ereignis macht ihn zu einer der kontroversesten und bösartigsten Figuren im Nahostkonflikt. Sein provokanter Besuch des Felsendoms im September 2000 führte zum Beginn der zweiten Intifada (Aufstand) der Palästinenser.

Sharon steht für die arrogante und selbstherrliche Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Seine Verachtung für die Palästinenser hat er nie verheimlicht, Diplomatie war nie seine stärke. Sein Tod wird zwar keine realpolitischen Veränderungen an der Situation der Palästinenser haben, doch für all die gebrochenen, gebrandmarkten und geschwächten Menschen, für die Sharon ein Symbol ihrer Hoffnungslosigkeit war, ist sein Tod eine Genugtuung. Denn ein menschliches Kapitel der Zerstörung und des Schmerzes wird somit zu Grabe getragen. Für all diejenigen voller Hoffnung auf Gerechtigkeit durch eine höhere Macht, ist sein Tod ein Gerichtsurteil. Sie sind zuversichtlich, dass er diesmal seiner gerechten Strafe nicht entkommen wird. Wenn nicht auf Erden, dann im Jenseits.

Ich trauere nicht, denn die Welt ist um einen bösartigen Menschen ärmer.

Eure Lina.

Tayyip du …

5 Jun

Wenn mein Gegenüber bereit ist mir zu zuhören, rede ich mit ihm. Falls er sich weigert und darauf beharrt, populistische, unwahre, verzerrt und irrefühende Aussgen von sich zu geben, bleibt mir nichts anderes übrig als mich dagegen zu wehren. Und dabei gehe ich gerne wie ein Spiegel vor, der seinem Gegenüber genu das serviert, was dieser anrichtet. Ob dieser Mensch damit zu recht kommt? Das überlasse ich ihm ganz alleine.

Diese Einleitung kommt nicht von ungefähr. Sie bezieht sich auf die Rhetorik der Gezi Park Unterstützer. Ich habe lange nicht mehr erlebt, wir hart, unerbittlich und beleidigend diskutiert worden ist. Nicht einmal bei zahlreichen Nahost-diskussionen wurde die Hemmschwelle für gegenseitigen Respekt derart fallengelassen.

Ein Social-Media-Kampf ist ausgebrochen. Dabei gewinnen wohl nicht die Argumente, sondern die besten Beleidigungen, Androhungen und Schmähungen.

Dies wird fortgeführt und ist auf öffentlichen Plaetzen in Ankara zu lesen.

IMG_0846Tayyip du Schwuchtel

IMG_0837Tayyip, Lakai der USA

IMG_0839Du hast an die Moscheemauern gepinkelt Tayyip

IMG_0847Hurensohn Tayyip

Für mich persönlich verdeutlichen diese Fotos die allgemeine Stimmung so einiger Demonstranten und stehen sinnbildlich für die Rhetorik in dieser Auseinandersetzung.

Viele erwarten von mir, dass ich etwas endgültiges schreibe. Aber das ist nicht mein Ziel, ich gebe nicht vor wie jemand zu denken hat. Ich will Impulse gebe, anstossen. Jedem ist es selbst überlassen Rückschlüsse zu ziehen.

Im Gegensatz zu vielen anderen maße ich mir nicht an, die absolute Wahrheit gepachtet zu haben. Denn es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Und mehr Nuancen als schwarz und weiss.

Eure Lina aus Ankara.

Ausbruch des Unmuts

3 Jun

Die Gezi-Park Demonstrationen stimmen mich nachdenklich.

Was sich seit Donnerstag abspielt ist der reinste Horror!! Das Land befindet sich momentan in einem gespaltenen Zustand und jeder schwärzt die jeweils andere Seite an. Es ist furchtbar mit ansehen zu müssen, wir Menschen angeschossen, Barrikaden errichtet werden und sich alle gegenseitig an die Gurgel gehen.

Und der gemeinsame Feind steht fest. Es ist der Premierminister der Türkei- Recep Tayyip Erdogan.

Sein Führungsstil ist autoritär und seine Rolle streng, vergleichbar mit der eines türkischen Vaters. Er weiss alles besser, verbietet vieles, sogar die eigene Meinung. Er weiss, was gut für einen ist ohne nach zu fragen, wie man es gerne hätte. Er mag keine Kritik, da er sich als ziemlich weise wahrnimmt. So oder so ungefähr wird er von vielen wahrgenommen, jemand der bevormundet und sich stetig im Recht sieht. Wenn er auch mal Recht hat, verbaut er sich alles wegen seiner Art.

Diese Art lässt sich insofern zusammenfassen, dass er seinen Gegenüber nicht ernst nimmt,  ihn klein redet und keine Widerworte duldet. Auch gegenüber Protestlern jeglicher Couleur hat er sich ziemlich abfällig geäussert. Dies wurde als ‚Respektlosigkeit‘ wahrgenommen. Und ein Politiker in seiner Position darf sich das unter keinen Umständen erlauben. Da gibt es einfach keine Diskussion.

Die Quittung für diesen Stil hat er nun bekommen und zwar von den unterschiedlichsten Gruppen aus der Türkei, die beginnend in Istanbul nun über weite Teile des Landes ihren Unmut kund tun. Die massive Polizeigewalt, die gegenüber Demonstranten eingesetzt wurde, führte zu noch mehr Hass, Ablehnung und Unverständnis.

Der Premierminister hörte aber nicht auf zu pöbeln und klein zu reden. Nach der ersten Nacht der Proteste sah er sich im Recht und drohte weiterhin. Ein fataler Fehler, denn du bist dein Volk. Und wer nicht auf sein Volk hört, der wird bestraft. Zwar hat er grosse Teile der Bevölkerung weiterhin hinter sich aber ein kluger und besonnener Politiker ist stets bemüht sein ganzes Volk zufrieden zu stellen.

Denn die Türkei erlebt nicht zum ersten mal das Problem mit dem Zusammenstoss der einzelnen religiösen und ethnischen Minderheiten. Schon früher wurde die heterogene Türkei Opfer dieses bösen Spiels. Besonders die Militärputsche in den 80er und 90er  Jahren haben das Land und die Bevölkerung stark geprägt. Es ist äusserst dumm und fatal sich auf ein ähnliches Spiel einzulassen und zu sagen, „Jetzt sind wir am drücker!“ Denn der Zweck heiligt nicht die Mittel! Und Unrecht bleibt Unrecht.

Ich finde es grauenvoll, dass wir momentan einen Zustand erleben, in der wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen und lauthals schreien, ‚Nein ich habe Recht‘ Denn was bringt es uns, wenn wir dabei die zwischenmenschlichen Bande zwischen uns Zerreissen und uns mit Hass im Herzen begegnen.

Das massive Gewaltpotential auf den Strassen ist grausam. Sowohl von der Polizei aber als auch von den Demonstranten. Freunde berichten mir, dass viele unter den Protestierenden ziemlich angetrunken Krawall machen. Und darin liegt der Kern. Nicht jeder auf der Strasse hat das gleiche Ziel. Viele unterschiedliche Beweggründe vereinen sich unter dem Dach der Ablehnung gegenüber Erdogan.

Es geht bei diesen Protesten schon ziemlich stark um gegenseitigen Respekt der einfach fehlt. Erdogan lässt sich einfach schnell und häufig dazu verleiten emotional zu handeln. Er weist den Bürgermeister Istanbuls in seine Schranke, der sich für die immense Polizeigewalt öffentlich entschuldigt und diskutiert mit einer Journalistin, über dessen Frage, ob seine Art nicht das ganze auf die Spitze getrieben hat. Dies alles sind keine Pluspunkte für ihn und werden Konsequenzen haben.

Warten wir es ab.

Eure Lina aus Ankara.

Israels Krieg …

19 Nov

Es folgeb einige Aussagen zu diesem unmenschlichen Krieg gegen die Menschlichkeit, deren Zeuge wir werden. Die Ohnmacht und Hilflosigkeit sind schier unbeschreiblich. Die Tragik drückt sich darin aus, dass wir live miterleben dürfen wie ein Staat alle Regeln bricht und dabei noch internationale Rückendeckung erhaelt.

Eine Lüge wird auch dann nicht zur Wahrheit, wenn man sie unendliche male wiederholt!

Der israelische Botschafter in Washington, Michael Oren, sagte gegenüber der New York Daily News, die USA hätten Israel »volle Rückendeckung« für die Angriffe gegeben. Der israelische Innenminister Eli Yishai erklärte, der Angriff habe das Ziel, den Gazastreifen »ins Mittelalter zurück zu bomben«. jungeWelt

Haaretz poll: 84% support the decision to launch „Pillar of Defense“; Only 30% support a ground assault on Gaza. 42% would like to see Barak as the Minister of Defense after the elections (where he is expected not to pass the 2% election threshold) Approval ratings of Bibi & Barak increased by 20%, to 55% and 52% respectively. 28% of Israelis think op was launched for political reasons.

Wie manipuliert muss eine Gesellschaft sein, Kriegsaktionen zu bejubeln und sich über die Anzahl der Toten zu freuen. Noch darüber hinaus, nach Militaeraktionen mit hohen Zivilen Opfern die dafür verantwortliche Regierung wieder zu wählen?

Auch Zalmy Kinn hat keine Angst. „Ich bin ein Jude, ich habe nur Angst vor Gott“, sagt er. Er hat erst vor ein paar Monaten die Armee verlassen, hat lange im Westjordanland gedient. „Wenn es nach mir geht, sollten wir den Gaza-Streifen wieder besetzen“, sagt er. „Wir hatten Ruhe, als unsere Armee dort alles kontrolliert hat.“ Es gebe eine rote Linie, die die Hamas nicht überschreiten dürfe. Mit den ständigen Raketenangriffen der vergangenen Wochen habe sie den Angriff provoziert. Neben ihm sitzt ein Streuner mit Bierflasche, Schläfenlocken und Schiebermütze. Von Zeit zu Zeit ahmt er das Geräusch einschlagender Raketen nach. Er sagt: „Es ist doch alles Milch und Honig hier. Gott wird mich beschützen.“ SPON

„There’s no country on Earth that would tolerate missiles raining down on its citizens from outside its borders,“ Obama said in Bangkok Sunday. „We are fully supportive of Israel’s right to defend itself.“ (Für alle Obama-Fans)

„Every time that Hamas fires there will be a more and more severe response. I really recommend all the Hamas leadership in Gaza not to try us again….Nobody is immune there, not Haniyeh and not anybody else.“—Israeli Foreign Minister Avigdor Lieberman to Channel 2 TV, warning that if rocket fire doesn’t stop,options include the possible assassination of Hamas‘ prime minister, Ismail Haniyeh, and other top leaders.

Wie will man in solchen Faellen adaequat reagieren? Ich weiss es selber nicht so richtig. Wichtig ist nur, nicht über zu reagieren.

Wie Bertolt Brecht sagte, „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. 

Auch der bekannte französiche Philosoph Michele Foucault hatte seinen Standpunkt zur Macht. „Darum gibt es im Verhältnis zur Macht nicht den einen Ort der Großen Weigerung – die Seele der Revolte, den Brennpunkt der Rebellionen, das reine Gesetz des Revolutionärs. Sondern es gibt einzelne Widerstände: mögliche, notwendige, unwahrscheinliche, spontane, wilde, einsame, abgestimmte, kriecherische, gewalttätige, unversöhnliche, kompromissbereite, interessierte oder opferbereite Widerstände, die nur im strategischen Feld der Machtbeziehungen existieren können. (…) Und wie der Staat auf der institutionellen Integration der Machtbeziehungen beruht, so kann die strategische Codierung der Widerstandspunkte zur Revolution führen.“

Eure Lina

Oh Gaza…

16 Nov

Die israelische Armee hat vorgestern Abend damit begonnen den Gazastreifen zu bombardieren, Operation: Cloud Column.  Die bittere Bilanz lautet: 175 Tote,  darunter über 50 Kinder, 12 Frauen und der 11 Monate alte Sohn eines BBC Mitarbeiters und weit über 1399 Verletzte.

Heute früh wird berichtete, dass innerhalb von 45 Minuten 85 Raketen in Gaza eingeschlagen sind. Ihr müsst euch vorstellen, der Gazastreifen  ist etwa  360 km² und es leben dort etwa 1,7 Millionen Menschen. Und Mittwoch Abend wurde er nach 2008 erneut massiv bombardiert.

Warum jetzt? Welches Ziel verfolgt dieser Angriff? Tatsächlich lediglich die Ermordung des Kommandeurs der el-Kassam Brigaden  Ahmed al-Jabari und ein Kampf gegen die Hamas?

Es gibt mehrere wahrscheinliche Gründe für den Beginn der israelischen Militäroperation im Gazastreifen.

  1. Die Langzeit Verbündeten Israels haben sich einem politischen Wandelt unterzogen. Sowohl die Türkei, als auch Ägypten haben sich politisch gesehen von ihrem früheren Verbündeten entfernt. Seit der “One Minute“-Aktion des türkischen Premierministers Erdoğan in Davos haben sich die alten Freunde zu neuen Kontrahenten verwandelt. Die Türkei ist bemüht ein neues Rollenvorbild und eine Macht in der Region zu werden und bricht mit alten Konventionen.
    Ägypten hat sich dagegen von seiner “Altlast“  namens Mubarak entledigt und hat einen Neubeginn gewagt. Muhammed Mursi ist der demokratisch gewählte Staatspräsident der Arabischen Republik Ägyptens. Auch er verspricht eine Veränderung, was die politischen Beziehungen zu Israel betrifft.
    An diesem Wochenende wollten beide Staatschefs in Ägypten zusammen kommen und die neue politische Strategie besprechen. Die jüngsten militaerischen Angriffe auf den Gazastreifen, welcher direkt an Ägypten grenzt werden das Treffen überschatten.
    Ich vermute, dass die israelische Regierung das Ziel hat, die beiden Staaten, in ihrer Geschlossenheit zu testen. Die Frage lautet, wie werden die Türkei und Ägypten reagieren, abgesehen mit gepfefferten Worten?
  2. Es könnte der Warnschuss für einen möglichen Angriff auf den Iran sein. Schon seit letztem Jahr beteuert der israelische Premierminister Netanyahu zu jeder sich bildenden Gelegenheit, dass der Angriff auf den Iran bevorsteht. Gebremst wird er durch das eigene Militär und den Verbündeten, die USA. Diese sind einem Militärschlag nicht freundlich gesinnt und befürworten eher internationale Sanktionen, die sich bekanntlich nicht weniger brutal gegenüber der Zivilbevölkerung bemerkbar machen.
  3. Vor den vorgezogenen israelischen Neuwahlen Anfang 2013, möchte Israel erneut die Muskeln spielen lassen und übt sich am schwächsten Glied, dem Gazastreifen. Mit dem Ziel, die israelische Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen und sich selber zu beweihräuchern. Auch eine mögliche Erklaerung.
  4. Auch könnte Israel diesen Angriff bewusst zu diesem Zeitpunkt ausgeübt haben, um den Palästinensern im gesamten ein Signal zu senden. Denn der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas ist momentan bemüht den Status eines „Beobachterstaats“ bei der Uno zu beantragen. Das würde bedeuten, dass Palästina den selben Status wie der Vatikanstaat inne haben würde. Das ganze soll schon Ende November vollzogen werden. Denn der 29. November wird jedes Jahr von den Vereinten Nationen als „Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ gefeiert. Die diplomatische Aufwertung würde für die Palästinenser auf der internationalen Politbühne helfen auf ihr Leiden aufmerksam zu machen. Und Israel will das definitiv verhindern.

Es gibt viele Möglichkeiten und eine Kombination aus allen könnte für mehr Aufklärung sorgen. Denn nicht geschieht einfach so und die Erklärungen in den Massenmedien sind relativ einseitig.

Eure Lina.

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