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Sex in the City

24 Okt

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Seit kurzem habe ich meine neue Wohnung in Berlin bezogen und muss sagen, Altbau is the best! Hohe Decken, lichtdurchflutete Zimmer, grosse Fenster, angenehm geschnittene Zimmer und charmante Architektur sprechen für den Altbau. Ich wusste dass die zu dünnen Wände ein Problem sein könnten aber kam zum Schluss dieses Opfer bringen zu müssen. Da hatte ich die Rechnung nicht mit meinen Nachbarn gemacht. Es handelt sich um Studenten, Künstler und Kreative junge Leute. Anfangs dachte ich noch, cool. Jetzt sage ich, oh nein!

Fangen wir damit an, dass ich mein Zimmer bezogen aber meinen Fernseher noch nicht angeschlossen habe. Ausserdem besitze ich kein Radio. Und auch keine Mitbewohnerin. Also fallen alle Lärmquellen weg, die eine Wohnung so mit sich bringt. Und da liegt nun mein Problem, ich höre alles was meine Nachbarn so machen. Und sie machen eine Menge! Leider!

Erst kürzlich, während ich meine Zähne putzte, vernahm ich merkwürdige Geräusche. Da in meiner Wohnung Totenstille herrscht, vernehme ich die leiseste Aktion. Ich versuchte das Geräusch einzuordnen und dachte erst es handle sich um eine verletzte Katze. Denn das Geräusch kam und ging mit einigen Unterbrechungen. DANN dämmerte es mir, es war die Stimme einer Frau, einer ziemlich zufrieden gestellten Frau! Oder war es doch einfach ein lauter Porno.

Liebesprotokoll meiner Nachbarn:

Erste Wahrnehmung meiner sexuell aktiven Nachbarn um 19h. Frau macht sich innerhalb von 15 Minuten 3 mal deutlich bemerkbar. Erste Annahme ein lauter Porno, doch durch dumpfe Geräusche, wahrscheinlich das Bett, was überstrapaziert wird, doch echte zwischenmenschliche Aktion.

Nun schon nach 20h, Frau wieder ziemlich laut. Lese die Geo Epoche über den 30 Jährigen Krieg  und werde deutlich aus der Thematik gerissen. Es handelt sich eindeutig um keine Katze und kein Filmchen. Ich frage mich, ob ihnen nicht langweilig wird.

Jetzt haben wir schon kurz vor 22h und ich will nun schlafen aber die Totenstille führt dazu, dass ich auch alles registriere. Dumpfe Geräusche werden wieder lauter, Frau wieder ziemlich zufrieden gestellt und ich entgeistert. Nun bin ich tatsächlich zu einer 80 jährigen Frau mutiert, aber ohne Katzen!

Am folgenden Tag wiederholt sich der Prozess. Alles wieder auf Start, ab 20h geht’s wieder rund. Nun mischt mein Nachbar unter mir mit, mit seinem Super-Soundsystem. Ich spüre den Bass, eindeutig zu intensiv. Und obendrein kommt es mir so vor, als ob meine Nachbarin im Nebenzimmer zufrieden gestellt.  „Warum ich? Was habe ich bloss verbrochen“ geht mir durch den Kopf. Gute Nacht!

Nächster Tag und ich räume meine Wohnung ein. Höre nun nebenbei Musik, sehr laut. Ok nur so laut wie es mein iPhone zulässt. Und dennoch, ich höre sie, laut und deutlich. Kann es sein, dass es einfach nur eine Einbildung ist? Jeden Tag, so lange, so laut, so glücklich? Ist es möglich? Menschlich machbar? Viele Fragen schiessen mir durch den Kopf. Eventuell ist es nur ein „Einweihungstest“ so was wie, wird die diesen Spiessrutenlauf überleben und weiterhin hier wohnen bleiben? Den Gedanken verwerfe ich schnell….

Sie haben einfach nur Spass und ich warte darauf, dass mein Gas freigeschaltet wird. Bis dahin wickele ich mich in meine 3 Decken ein und trinke Tee. Vielleicht wird mir ja dann warm ums Herz.

Eure Lina

Berlin

10 Sep

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Nun bin ich seit knapp über einer Woche in Berlin und werde vorerst aus der deutschen Hauptstadt berichten. Wie ich Berlin finde?

Ziemlich gross und riesig. Besonders die grossen Strassen haben mich fasziniert. Lustig finde ich, dass auf den Strasse unterschiedlichste Sprachen gesprochen werden. Das liegt vor allem an der Masse an Touristen, die sich durch die gesamte Stadt ausbreiten. Vor allem englisch und spanisch habe ich bis jetzt ziemlich häufig gehört. Und die Kleidung! Wie die ganzen Leute aussehen! Jeder Stil ist vertreten und der sogenannte „Hipster“ ist tatsächlich wie eine Plage und überall. Sie sehen aus wie Obdachlose und bezahlen für diesen Stil Unmengen an Geld und fühlen sich ziemlich anders und hipp, so erzählte mir ein Berliner. Und eine Kreuzbergerin beschwerte sich über die vielen gutbürgerlichen Einwohner (u.a. Schwaben), die mittlerweile den Stadtteil überrennen würden. Ein Resultat seinen ziemlich hohen Immobilienpreise. Aus dem ehemaligen Ghetto wurde tatsächlich ein In-Viertel wo alle abends zusammen kommen um ihr Bierchen zu kippen. Schon etwas befremdlich aber Stadtteile sind aktive und verändern sich stetig.
Mal was ganz anders, es gibt hier eindeutig zu viele Rossmann-Filialen! An jeder Ecke einen! Dabei bin ich doch ein loyaler dm-Kunde. Ob ich mich daran gewöhnen werde? Wahrscheinlich nicht.
Naja um sich in der Stadt zurecht finden zu können braucht jeder einen Stadtplan mit S- und U-Bahn Linien! Denn man kann wirklich jede Ecke der Stadt erreichen, dabei sind Fusswege von 5-10 Minuten nicht sonderlich unnormal. Aber fast alles fährt bis nach Mitternacht. Einfach ideal für jemanden der kein Auto hat.

Aber das, was mich am allermeisten in Berlin überrascht und stört sind die ganzen Fahrradfahrer. Sie sind überall, dreist, nervig, dominant und zahlenmäßig zu viel! Sie fahren auf Gehwegen und nehmen kaum Rücksicht auf die Fußgänger! Überall sind sie, wirklich überall. Und da ich so eben aus der türkischen Hauptstadt gekommen bin, wo Fahrräder eine exotische Rarität sind bin ich überfordert. Nichtsdestotrotz, die Fahrradfahrer sind nervig! Erst heute früh wäre ich von einem fast überfahren, also gefährlicher als so mancher Autofahrer. Es würde mich nicht wundern, wenn ich bald selber ein Fahrrad besitzen würde 🙂

Naja, das waren nun die ersten Eindrücke. Mal schauen wie sich das entwickelt. Bis bald.

Eure Lina.

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