Der Tod des Schlächters

11 Jan

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Ariel Sharon ist tot.

Der ehemalige Ministerpräsident Israels lag schon seit acht Jahren im Wachkoma, er wurde künstlich am Leben gehalten. Er war praktisch schon tot, doch war es ihm nicht gegönnt von dieser Welt zu gehen.

Sharon bleibt uns in Erinnerung durch das Massaker von Sabra und Schatila, einem palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon. Zwischen dem 16. und 18. September 1982 wurde das Flüchtlingslager von phalangistischen Milizionären (maronitisch-christlichen) gestürmt und unter den Augen der israelischen Soldaten, wurden Frauen, Kinder und Alte verstümmelt, gefoltert, vergewaltigt und getötet. Die Zahl der Opfer konnte nie wirklich geklärt werden Es soll sich dabei um über 3.000 Zivilisten handeln. Eine der grausamsten und fürchterlichsten Massaker des 20. Jahrhunderts.

Das Massaker wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 16. Dezember 1982 als Genozid gewertet:

„The General Assembly, (…)

Appalled at the large-scale massacre of Palestinian civilians in the Sabra and Shatila refugee camps situated at Beirut,

Recognizing the universal outrage and condemnation of that massacre, (…)

1. Condemns in the strongest terms the large-scale massacre of Palestinian civilians in the Sabra and Shatila refugee camps;

2. Resolves that the massacre was an act of genocide.“

Sharon war zu dieser Zeit Oberbefehlshaber der israelischen Armee und hat dieses Massaker stillschweigend gebilligt. Aber nicht nur dieses Ereignis macht ihn zu einer der kontroversesten und bösartigsten Figuren im Nahostkonflikt. Sein provokanter Besuch des Felsendoms im September 2000 führte zum Beginn der zweiten Intifada (Aufstand) der Palästinenser.

Sharon steht für die arrogante und selbstherrliche Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Seine Verachtung für die Palästinenser hat er nie verheimlicht, Diplomatie war nie seine stärke. Sein Tod wird zwar keine realpolitischen Veränderungen an der Situation der Palästinenser haben, doch für all die gebrochenen, gebrandmarkten und geschwächten Menschen, für die Sharon ein Symbol ihrer Hoffnungslosigkeit war, ist sein Tod eine Genugtuung. Denn ein menschliches Kapitel der Zerstörung und des Schmerzes wird somit zu Grabe getragen. Für all diejenigen voller Hoffnung auf Gerechtigkeit durch eine höhere Macht, ist sein Tod ein Gerichtsurteil. Sie sind zuversichtlich, dass er diesmal seiner gerechten Strafe nicht entkommen wird. Wenn nicht auf Erden, dann im Jenseits.

Ich trauere nicht, denn die Welt ist um einen bösartigen Menschen ärmer.

Eure Lina.

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