Anekdoten aus Pakistan

16 Jul

PAKISTAN 11 MAYISTA SECIMLERE GIDIYOR

(Photo by Anadolu Agency)

Gestern hatte ich das Vergnügen einen Kollegen, der seit 8 Jahren in Pakistan tätig war beim Iftaressen in der Agentur kennen zu lernen. Er erzählte mir, dass er von heute auf morgen für die Stelle in Pakistan nominiert worden war. Genauer gesagt arbeite er von Islamabad aus und bewege sich je nach Nachrichtenlage im gesamten Land.

Dabei erzählte er mir, dass wir hier in der Türkei unter luxuriösen Bedingungen arbeiten würden. Denn in Pakistan hätte er mit allerhand Problem zu kämpfen. Angefangen bei den seltsamen Gerüchen, bis hin zu stundenlangen Stromausfällen.

Als ich, wehleidig erzählte, dass ich von nun an im Auslandsbüro arbeiten werde fragte er mich, wo genau ich hinziehen würde. Als ich erwiderte, dass es die deutsche Hauptstadt sei, schaute er mich leicht spöttisch an. „Aha und das empfindest du als Qual? Also ich bin seit 8 Jahren in Pakistan und dass was ich dort erlebte war für mich nicht einmal eine wirkliche quälerrei. Ich will dir was erzählen. Nachdem ich frisch verheiratet war, bekam ich die Nachricht, dass ich ab sofort von Pakistan aus arbeiten würde. Mit meiner neuen Frau, meiner Mutter und 0hne Erfahrung in Pakistan machte ich mich auf den Weg in dieses Land. Das war eine Herausforderung.“

Er erzählte mir, dass er ein schlechtes Gewissen hatte, weil er seine schwangere Frau mit in dieses unbekannte Land mitnahm. Während ihrer Schwangerschaft empfand sie die fremden Gerüche als unerträglich, denn dass ganze Land roch anders. Angefangen bei den Gewürzen bis hin zu den Lehmhäusern, die einen ganz speziellen Duft versprühten, so erzählte er mir. Pakistan sei ein Land in dem es sehr häufig zu Stromausfällen kommt, deshalb musste er ständig vorbereitet sein. „Wenn ich dabei war einen Artikel zu schreiben machte ich den Ventilator aus, um Strom zu sparen. Und wenn es langer dauerte, dann knippste ich sogar das Licht aus. Naja, dann hatte ich oft Probleme die Tastatur zu erkennen und musste mir anderweitig helfen und eine Lichtquelle erschaffen. Es war nicht unüblich, dass ich bei Kerzenschein Artikel geschrieben habe. Aber es ist weniger romantisch als es klingt,“ fügte er mit einem schmunzeln hinzu.

Ein besonders tragik-komisches Ereignis fand zur Zeit der Wahlen statt, erzählte er mir. „Es war der erste Übergang von einer demokratisch gewählten Regierung, zu einer anderen. Man muss sich dass so vorstellen, seit über 60 Jahren gab es keine demokratischen Wahlen und jetzt der Übergang. Sowas ist immer sehr fragil. Die staatliche Nachrichtenagentur in Pakistan hatte als einzige Agentur die Genehmigung für die offiziellen Aufnahmen. Also musste wir uns gedulden. Nach den Wahlen schickte ich einen Mitarbeiter in das Büro der Associated Press of Pakistan (APP) um das Bildmaterial auf meinen USB Stick zu transferieren. Als er nach Stunden zurückkam fragte ich ihn warum er so lange gebraucht hatte und dass ich schon aus der Zentrale in der Türkei zig mal angerufen worden war. Seine Antwort war kurz, „der Strom ist ausgefallen“. Ich war natürlich baff und fragte ihn, ob sie nicht den Stromgenerator eingeschaltet haben, er erwiderte gelassen, „der Treibstoff für den Generator war alle“. Also sowas war so typisch.“

Über die Arbeitsweise der APP konnte er nur schmunzeln. In der Videoabteilung würden über 20 Mitarbeiter beschäftigt werden, die, wann immer er vorbei schaute,  auf Facebook surften. Insgesamt hätten sie an manchen Tagen lediglich 3 Videonachrichten, wie den Besuch des Botschafters Katars in Pakistan beim pakistanischen Präsidenten. „Wer will schon solche Aufnahmen? Die kann man doch nicht international verwenden!“ gab er zu bedenken.

Nun sei er erneut abberufen worden, diesmal solle er das Afrika Büro in Kenia mit aufbauen und vor Ort tätig sein. „Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich nun in ein etwas ruhigeres Land geschickt werde. Sowas wie Dänemark,“ scherzte er lachend. Aber Johannesburg stünde auch in der engeren Wahl. „Nun muss ich es meiner Frau schmackhaft machen.“ Aber schon der Gedanke würde sie nachdenklich stimmen gab er zu. „Aber nun müssen wir erst mal hin. In Pakistan habe ich überwiegend Urdu gesprochen, mein Englisch ist eingerostet. Nun muss ich es dort auffrischen. Ich habe keine andere Wahl. So ist das Leben eines Journalisten.“

Eure Lina.

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