Totale Überwachung

23 Jun

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Die neuesten Berichte schrecken uns alle auf, die amerikanische Dronenüberwachung, die Enthüllungsgeschichten vom ehemaligen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ‚Prism-Skandal‘, vom britische Geheimdienst GCHQ der sich ebenfalls Zugang zum Transatlantik-Internetkabeln verschafft hat, gigantische Datenmengen gespeichert und mit der amerikanischen NSA geteilt haben soll…..

Momentan sieht es danach aus, als ob wir alle, die im Internet aktiv sind, überwacht werden. Jede kleinste Tätigkeit, hinterlässt im Internet seine spuren und diese Aktivitäten werden schön sauber archiviert und bei Bedarf genutzt.

Bei all der Hysterie, Empörung und Besorgnis blieb ich ziemlich unberührt. Denn die Bekanntschaft mit der totalen Kontrolle hatte ich schon im Jahre 2003.

Dieses Erlebnis hatte mich so sehr erschreckt, dass ich es tief in mich vergraben habe und zeitweise tatsächlich vergessen habe.

Alles begann damit, dass ich schon als junge Abiturientin das Internet sehr häufig zum lesen von Nachrichten genutzt habe. So auch an jenem Tag. Einer der bevorzugten Nachrichtenseiten auf denen ich mich gerne stundenlange tummelt um diverse Berichte und Dossiers zu lesen war SPIEGEL ONLINE. An jenem Tag befand sich ein ausführlicher Beitrag zur palästinensischen Organisation Hamas auf der Seite, versehen mit einer Verlinkung zur offiziellen Homepage. Nichtsahnend und voller Neugier besuchte ich die Seite der Hamas und lass mich durch die wenigen englischsprachigen Texte und schaute mir die Bilder an.
In den darauf folgenden Wochen besucht ich die Seite weitere male, bei meiner täglichen Routine. Bis ich eines Tages feststellen musste, dass die Seite vom israelischen Geheimdienst gehackt worden war. Deutlich erkennbar an der digitale israelischen Flagge auf der Startseite.

Etwa drei Wochen später bekam ich eine Mail an meine, damals einzige E-Mail Adresse. Von wem? Vom deutschen Innenministerium. Ich war schockiert und gelähmt. Wieso bekam ich eine Mail??? Was hatte ich denn getan??? Ich fühlte mich schlecht. In der Mail wurde ich gefragt, mit welcher Absicht ich die besagte Seite besucht und wie ich über die Existenz der Seite erfahren hatte. In lauter Panik löschte ich die Mail und hoffte, dass sich das ‚Problem‘ von alleine erledigen würde. Die Bauchschmerzen und das Unbehagen blieben.

Einige Tage später klingelte das Telefon und ich hob ab. Die Frau am Telefon fragte mich ob ich …. sei und ob ich in der letzten Zeit einige verbotene Seiten im Internet aufgerufen hatte. Mit einem Kloss im Hals bejahte ich. Der einzige Gedanke der mir durch den Kopf ging war, „werde ich jetzt festgenommen?“ Sie erklärte mir, dass es sich um eine terroristische Organisation handle, die Propaganda verbreite und die Sicherheit gefährde.

Ich erklärte ihr warum ich überhaupt Kenntnis von der Seite hatte und dass ich mir nichts dabei gedacht hatte, weil es auf einem seriösen Nachrichtenportal verlinkt war. Sie fragte mich wie oft ich auf der Seite war,“ 3-4 mal, danach war sie eh nicht mehr abrufbar, wegen einem Hackerangriff seitens der Israelis“, gab ich an. Die Frau erklärte mir, dass ich solche Seiten von nun an meiden sollte, dass die Inhalte gefährlich seien und dass der Spiegel einen grossen Fehler begangen hätte.
ängstlich fragte ich, ob ich ärger bekommen würde. „Nein, solange sie von nun an solche Seiten meiden, gibt es kein Problem,“ erwiderte sie und legte auf.

Nachdem ich aufgelegt hatte zitterte ich am ganzen Körper, ich hatte Angst. Was hatte ich denn schlimmes getan? Sollte ich es meinen Eltern erzählen? Würde ich jetzt überwacht werden?

In Anbetracht der Tatsache, dass es nach dem 11. September stattfand, war ich auf alles gefasst und erkannte, dass es keine Anonymität gab. Das Internet gaukelt dir vor, du seist Anonym und frei. Aber letztendlich wird jede Interaktion beobachtet oder setzt gewisse Mechanismen in Gang die dafür sorgen, dass deine Aktivität auffällt.

Naiv, der glaubt das Überwachunsprogramme erst seit Facebook und Twitter aktiv geworden sind.

Eure Lina.

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Eine Antwort to “Totale Überwachung”

  1. Louisa Januar 2, 2015 um 18:56 #

    A simple and inelleigtnt point, well made. Thanks!

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