Freundschaft

30 Jan

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“Bei Freundschaft geht es nicht darum, wen du am längsten kennst. Es geht darum, wer in dein Leben tritt und sagt, “Ich bin für dich da“ und es auch unter Beweis stellt.“

Genau so sehe ich es auch. Das Leben ist eine lange Reise auf der wir ziemlich vielen Menschen begegnen. Wieso sollte ich ausgerechnet Menschen aus meiner frühen Kindheit oder Jugendphase bevorzugen? Nur weil ich damals mit ihnen befreundet war, weil es keine ‚Alternative‘ oder keine fundamentalen ‚Ansprüche‘ gab?

Ich finde es falsch, dass wir Freundschaften die weit zurück liegen als die ‚besseren‘ oder ‚wertvolleren‘ wahrnehmen oder wertschätzen. Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass langjährige Freundschaften auf einem Fundament gemeinsamer Erlebnisse aufgebaut sind. Erinnerungen schweissen auch zusammen und schaffen eine Vertrautheit.

Dennoch muss ich sagen, dass man sich in Freundschaften, genauso wie in Beziehungen auseinander lebt. Es gibt keinen Garant dafür, dass unser Freund oder unsere Freundin aus der Grundschule auch noch auf der selben Wellenlänge liegt, wenn wir die Schule abgeschlossen haben  und arbeiten oder studieren.

Deshalb sehe ich es als ganz natürlich an, dass Freundschaften enden besonders die aus der Kindheit/Jugendzeit. Oft genug habe ich dieses Phänomen auch während meiner Studienzeit beobachten können. Zu beginn ist man eine riesige Gruppe oder ist mit einer ganz bestimmten  Person ziemlich gut befreundet. Aber im Laufe der Zeit und des Studiums verändern nicht nur wir uns, sondern auch unser Gegenüber.
Neue Wertemuster entwickeln sich, der Blick aufs Leben verändert sich und man schlägt oft unterschiedliche Richtungen ein.  So ist es ganz normal, dass man sich auseinander lebt und sich verabschieden muss. Oft passen die Freunde nicht mehr ins neue Lebenskonzept.

Man sortiert aus oder wird aussortiert.

Aber das sollte einen nicht traurig stimmen, denn dies ist ganz natürlich. Genauso wie Beziehungen scheitern und enden, so enden auch Freundschaften. Auch besonders lange und intensive.  Das Leben ist lang und bunt genug, neue Menschen kennen zu lernen. Man sollte lediglich vorsichtig sein, wen man in sein Leben lässt. Auch langjährige Freunde können einem mit der Zeit gefährlich werden. Nur weil man sie lange genug kennt, sind sie nicht ungefährlicher.

Ich finde, das Abschied nehmen gar nicht so schlecht, nein sogar ziemlich gut. Wer sich nicht verändert und offen für Neuerungen ist, auch im Freundeskreis, der kann sich meiner Meinung nach nicht weiterentwickeln und bleibt auf der Stelle.  Und wer sich keinem Wandel unterzieht, riskiert es unglücklich zu sein. Also, werft den ‚alten‘ Ballast ab und wendet euch dem unbekannten zu. Es kann schlimmer werden aber auch viel besser und interessanter. Wer seine Freunde nicht updatet, der läuft Gefahr langsamer durchs Leben zu schreiten.

Im Laufe meines Lebens habe ich mich von einigen Leuten getrennt, die mir wichtig waren. Aber es gibt für jeden einen Ersatz. So auch für diese Freunde. Sie waren toll, auf ihre weise. Sie hatten ihre Vorzüge und ihre Macken. Noch heute spreche ich nicht schlecht über diese Leute. Denn ich habe sie mir nicht zu meinen Feinden gemacht, nur habe ich mich getrennt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mein nicht-vorhanden-sein auch gut verkraftet haben. Denn der Mensch gewöhnt sich an alles, auch an das fernbleiben von (ehemaligen) Freunden.

Freunde kommen und gehen, es bleiben die Erinnerungen an die schönen gemeinsamen Momente und die Freude und das Leid was man geteilt hat.

Nietzsche meinte, ‚‚Der beste Freund wird wahrscheinlich die beste Gattin bekommen, weil die gute Ehe auf dem Talent zur Freundschaft beruht.“ Ein ziemlich guter Ausgangspunkt, wie ich finde.

Eure Lina.

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