Militärschlag

2 Jan

Im Krieg sind Fehler unverzeihlich. Klingt makaber? Ist aber bittere Realität. Wenn Soldaten gegen Soldaten kämpfen betrachten wir das als ‚normal’. Wenn Soldaten dagegen Zivilisten angreifen, dann ist die ‚Normalität’ aufgehoben. Denn hier treffen zwei sehr ungleiche Gruppen aufeinander und das Gefälle zwischen beiden Protagonisten ist groß.

  • Bewaffnet gegen Unbewaffnet
  • Militär gegen Zivilist
  • Macht gegen Machtlosigkeit

Ich kritisiere das ungerechte Vorgehen des Militärs prinzipiell. Und deshalb darf ich mein ideelles Denken nicht mit Ausnahmen füllen und nur dann Kritik ausüben, wenn es mir passt. Damit zerstöre ich meine eigene Glaubwürdigkeit und handle mit einer gehörigen Portion Doppelmoral. Und nichts ist widerlicher als einen doppelten Standard zu pflegen.

So geschehen bei dem Luftangriff des türkischen Militärs am 28. Dezember 2011 in der Provinz Sirnak im Grenzgebiet zum Nordirak. Zu beklagen sind 35 jugendliche Opfer die getötet worden sind.

Das offizielle Statement laute: „Die Gegend sei eine wichtige Transitpassage für die kurdische Guerilla, die von ihren Basen im Nordirak häufig Nachschub für ihre Kämpfer heranschaffen würde. Man habe deshalb davon ausgehen müssen, dass es sich um eine Infiltration der PKK gehandelt habe.“ (Spiegel Online)
„Dass im Grenzgebiet viel geschmuggelt wird (vor allem Benzin, Diesel und Zigaretten) ist kein Geheimnis in der Türkei. Ebenso ist bekannt, dass sich auch die PKK maßgeblich durch Schmuggel, unter anderem von Rauschgift, finanziert. Die Grenze zwischen Schmugglern, die im Auftrag eines Dorfes oder Clans unterwegs sind und solchen, die ihre illegale Fracht ganz oder teilweise im Auftrag der PKK transportieren, ist fließend.“ (FAZ)

Der türkische Premierminister Erdogan hat angekündigt, den Vorfall aufzuklären und weitere Ermittlungen durch zu führen. Ich hoffe, dass es sich hier nicht um ein leeres Versprechen handelt und man diesem ‚Fehler’ nachgeht. Immerhin geht es um Menschenleben. Und einen Angriff mit Toten kann man nicht mehr gut machen. Denn die Toten werden nicht mehr zurück kehren, egal welche Begründung wir zu hören bekommen. Es ist eine bittere Geschichte, die sich immer wieder ereignet. Unschuldige Menschen müssen sterben, wenn es sich um junge Personen handelt trauern wir stärker.
Sie hätten doch noch so ein langes Leben vor sich gehabt.

Ich wünsche den Familien der Opfer viel Kraft und verurteile jedes unüberlegte und unachtsame Vorgehen von militärischer Seite. Kollateralschaden ist ein überaus hässlicher Begriff.

Eure Lina.

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