Wenn die Iraner randalieren

1 Dez

Alle Augen richten sich gen Osten. Denn im Iran wurde die englische Botschaft gestürmt. Erinnerungen werden wach, denn schon im Zuge der islamischen Revolution wurde die US-Botschaft im Iran gestürmt. Vom 4. November 1979 bis zum 20. Januar 1981 wurden 52 US-Diplomaten festgehalten. Bei dem aktuellen Ereignis handelt es sich um keine Geiselnahme, sondern um eine Reaktion auf die gezielte Tötung eines iranischen Wissenschaftlers letztes Jahr. Es stellte sich heraus, dass der Mossad (israelischer Auslandsgeheimdienst) und die MI6 (britischer Auslandsgeheimdienst) die Drahtzieher der Liquidierung waren. Die Proteste der iranischen Jugend richten sich gezielt gegen Großbritannien, weil die britische Regierung einen Anti-Iran-Kurs fährt, der eventuell die Grundlage für einen militärischen Angriff, vermuten lässt. Alle iranischen Diplomaten wurden ausgewiesen.

Heshmatollah Falahatpisheh (Foreign Relations Sub-committee) schätzt die Lage folgendermaßen ein.

“They tried to magnify this issue, but we believe that it was completely normal and had stemmed from Britain’s biased policies [against Iran]. “Over the past three years, the British politicians have lost their leverages of influence and presence in the region and are trying to change a lost game into an international win and harmonize other countries with themselves in the path of [the imposition of] sanctions [against Iran].” (Press TV)

Die öffentliche Rüge bzgl. der Stürmung lies nicht lange auf sich warten. Wie erwartet spielten sich die europäischen Diplomaten auf.

„Zahlreiche Staaten unterstützten die Briten. Deutschland holte seinen Botschafter zu Konsultationen zurück nach Berlin. Zudem wurde der iranische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt. Ihm sei gesagt worden, dass der Sturm auf die Botschaft und weitere ausländische Einrichtungen eine große Verletzung des Völkerrechts sei, erklärte das Ministerium. Die Ereignisse stellten leider nicht zum ersten Mal die Bereitschaft der iranischen Führung in Frage, internationales Recht zu achten.“ (tagesschau.de)

Wir sollten nicht vergessen, dass erst kürzlich der IAEA Bericht (den ihr hier abrufen könnt) zum iranischen Atomenergieprogramm veröffentlicht wurde. Und nun sollen die Konsequenzen festgelegt werden. Das bedeutet, welche Sanktionen sollen dem Iran auferlegt werden.

„Es geht um zusätzliche 37 Einreiseverbote gegen Führungspersönlichkeiten des iranischen Regimes und Maßnahmen gegen 143 Organisationen oder Unternehmen. Über wesentlich schärfere Sanktionen wird nur geredet, aber noch nicht entschieden: Dabei geht es vor allem um ein mögliches Importverbot für Öleinfuhren aus dem Iran oder ein Verbot von Geschäften mit der iranischen Zentralbank.“ (derStandard)

Irgendwie stehen alle Zeichen auf Krieg. Aber wir sind uns alle bewusst, dass Kriege mittlerweile nicht als Kriege deklariert werden. Sie beginnen manchmal ganz unspektakulär. Vergessen wir nicht, dass das Attentat auf den saudischen Botschafter in den USA eine Finte war und den Iranern in die Schuhe geschoben werden sollte. Die Neokons aus den USA und die israelische Führung möchten unbedingt eine kriegerische Auseinandersetzung mit dem Iran beginnen. Da ist jeder fadenscheinige Vorwand willkommen. Ich klammere die innenpolitischen Probleme des Irans ganz bewusst aus. Dabei handelt es sich um einen schweren Brocken, den man unabhängig kritisch betrachten sollte.

In diesem Kontext ist es gut zu wissen, dass Israel nun sein viertes U-Boot besitzt, welches nukleare Raketen tragen könnte.  Denn das israelische Militär/Regierung geht mit der Atombombe bestimmt viel bewusster und rationaler um, als die klerikalen Mullahs im Iran. Oder etwa nicht?

Eure Lina.

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