Auf in den Krieg

7 Nov

                             (http://www.rnw.nl/data/files/images/lead/IAEA_2.gif)

Seit Jahren werden wir immer mal wieder gewarnt. Ein Krieg gegen den Iran sei geplant und würde demnächst  stattfinden. Ist es diesmal keine leere Drohung und doch bittere Realität? Welche Gründe sprechen für einen Krieg? Welche Vor- und Nachteile könnten sich ergeben, außer den zahlreichen zivilen Toten und einer unbeschreiblichen Verwüstung kultureller Bauten/ der Infrastruktur?

Einige Schlagzeilen aus der internationalen Presse:

Warum Israel ein Horrorszenario heraufbeschwört
(Süddeutsche)
„Israels Aufgabe ist es in diesen Tagen, zu warnen und zu drohen. Denn voraussichtlich am Dienstag wird die Internationale Atomenergiebehörde IAEA ihren neuesten Bericht zum iranischen Atomprogramm vorlegen – mit der möglichst dramatischen Begleitmusik will die Regierung in Jerusalem die Welt zu schärferen Sanktionen antreiben gegen die heimlichen Bombenbauer von Teheran. (…)
Mögen die Politiker – gern auch öffentlich – von der militärischen Option reden, so warnen die Spitzen des Militärs und der Geheimdienste eher hinter verschlossenen Türen sehr eindringlich vor den damit verbundenen Gefahren. Denn zum einen ist das allen Informationen zufolge über Bunker im ganzen Land verteilte iranische Programm von ganz anderer Qualität als der simple irakische Kernreaktor in Osirak, den Israels Luftwaffe 1981 zerstörte, oder als die 2007 in Schutt und Asche gebombte syrische Atomanlage. Zum anderen würde ein israelischer Militärschlag ganz gewiss nicht ohne Antwort aus Teheran bleiben. Ein Krieg wäre die Folge, der die gesamte Region in den Abgrund reißen könnte.
„Ein Angriff auf Iran wird immer wahrscheinlicher“
(Spiegel Online)
„Tatsächlich könnte das Säbelrasseln aus Jerusalem vor allem ein Versuch sein, vor der Veröffentlichung des Iran-Berichts durch die jetzige Angriffsdebatte Druck auf die Weltgemeinschaft auszuüben. Israel drängt seit langem darauf, dass der Westen Teheran mit weiteren Sanktionen belegen müsse. Indem Jerusalem nun vorgibt, konkrete Pläne für einen Angriff auf Iran zu haben, könnte es seiner Forderung nach Sanktionen Nachdruck verleihen.“
Frankreich warnt vor Angriff auf den Iran
(der Standard)
„Militäraktionen könnten zu einer „völlig destabilisierenden Lage in der Region“ führen, sagte Außenminister Alain Juppé am Sonntag im Radio. (…)
Die Haaretz berichtete, US-Verteidigungsminister Leon Panetta sei es vor einem Monat nicht gelungen, Premier Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak zur Zusage zu bewegen, dass Israel den Iran nicht ohne Absprache mit den USA angreifen würde. Das sei in Washington mit Sorge registriert worden.“
Israel will’s wohl wieder mal tun
(taz)
„Über Monate publizierten die israelischen Medien keine Zeile zum Thema Iran, plötzlich scheint ein Krieg wieder ganz nah. Im Großraum Tel Aviv gingen am Donnerstag früh die Sirenen los, die einen Raketenangriff simulieren sollten. (…)
Oppositionsführerin Zipi Livni appellierte zum Auftakt der parlamentarischen Wintersaison an die Minister, der Führung der Sicherheitsdienste zuzuhören. Während Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak für einen Angriff stehen, treten Armee- und Mossadchefs vorläufig auf die Bremse. Selbst der für seine harte Hand berüchtigte Ex-Mossad-Chef Meir Dagan nannte den möglichen Präventivschlag eine „dumme Idee“. (…)
Der Mossad steht vermutlich hinter dem Computerwurm Stuxnet, der Ende letzten Jahres große Teile einer iranischen Atomanlage lahmlegte. In den vergangenen Jahren sind zudem mehrere iranische Atomforscher ums Leben gebracht worden.
Israelischer Militärschlag gegen Iran rückt näher
(Zeit Online)
„Peres sagte weiter, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, die iranischen Atombestrebungen zu stoppen: „In der noch verbleibenden Zeit müssen wir die anderen Staaten der Welt zum Handeln drängen und ihnen sagen, dass es nun Zeit ist, die uns gegebenen Versprechen einzulösen, ihre Pflicht entweder durch harsche Sanktionen oder durch militärisches Handeln zu erfüllen.“ Hierbei könnte es nicht reichen, Sanktionen zu verhängen, sagte Peres. (…)
Zudem hatte das israelische Militär in der vergangenen Woche eine Langstreckenrakete getestet – was ebenfalls als Drohsignal in Richtung Teheran gewertet wurde.“
Israel is unwise to raise the nuclear stakes
(the Guardian)
„There are many reasons for the international community to oppose Iran’s acquisition of nuclear weapons, not least the fact that nuclear arms proliferation is a dangerous and retrograde step in a world that has been reducing its stockpiles. Indeed, there is much merit in calls by many Arab states for the Middle East to be a nuclear-free zone whose major sticking point, ironically, is Israel’s insistence on maintaining a substantial and undeclared nuclear stockpile. (…)
It is true that Mahmoud Ahmadinejad has voiced a profound antipathy for Israel, which has been interpreted in many quarters as threatening the existence of the Jewish state. But behind the rhetoric Iran’s clerical elite is well aware of the consequences that an Iranian nuclear attack – or Iranian-sponsored attack – on Israel would provoke, not least retaliation from a US that has committed itself to the defence of Israel. (…)
Whatever Netanyahu is thinking, he is playing a high-risk game for even higher stakes, betting Israel’s security and international prestige against an uncertain outcome, even by allowing it to be suggested that Israel might strike. After Israel’s failure to defeat Hezbollah in Lebanon in 2006, its failure to break Hamas in Gaza in 2009 – and with the international opprobrium that followed that operation – Israel risks talking itself into a corner where it appears weak if it doesn’t act and perhaps weaker if it does, a country increasingly bereft of any notion of how to manage relations with its neighbours except through the threat of aggression.

Ein kriegerischer Angriff Israels gegen den Iran würde die gesamte Region destabilisieren und chaotische Verhältnisse schaffen. Das Horrorszenario, wonach der Iran binnen sechs Monate die Atombombe in den Händen halten könnte ist rein spekulativ. Deren Einsatz würde der iranischen Führung nichts bringen. Denn niemand nutzt eine Waffe, die einen selbst zerstören würde. Eventuell handelt es sich hier um lautes Säbelrasseln, denn die israelische Regierung musste in den letzten Jahren so einige ‚Rückschläge‘ erleiden. Eine kriegerische Auseinandersetzung wäre im außenpolitischen Interesse Israels, die nur mit Hilfe der amerikanischen Regierung durch zu führen wäre. Die USA dagegen würden sich kaum in einen neuen Krieg stürzen wollen. Weder finanziell noch mit Militärpersonal- zu kostspielig und gefährlich. Die zum Teil peinliche und lächerliche Inszenierung des Attentats auf den saudischen Botschafter in den USA sollte medial, eine anti-Iran-Stimmung erzeugen. Letztendlich ging sie nach hinten los. Nun heißt es, gespannt auf den Bericht der IAEA abwarten.

Eure Lina.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: