Ja, ich bin eine Schlampe!

12 Aug

Ok, genug. Ich muss unbedingt das Thema Frauen verarbeiten. Ich habe heute eindeutig zu viele Zeichen des Schicksals erhalten. Schlagwörter sind Slutwalk, Frauenhäuser Afghanistans, Frauenfeindlichkeit, Feministinnen aus der Ukraine, stumpfsinniger Sexismus und Mode-Opfer aus dem www. Dazu muss ich betonen, dass ich heute etwas kritischer und zynischer als sonst bin. Und mein Beitrag wird dementsprechend nicht jedem gefallen. Das muss er auch nicht. Nur damit dies klar gestellt ist 🙂
Don’t hate me, because i’m critical.

Viele Frauen haben dasselbe Problem, sie werden diskriminiert. Dies geschieht auf unterschiedlichste weise und ist Standort abhängig. In den Dörfern Afghanistans und auf den Strassen von England gibt es bestimmt feine Nuancen Unterschiede. Die Art und Weise der Diskriminierung und Behandlung von Frauen unterscheidet sich hierbei ebenfalls sehr stark. Ich möchte mit dem Slutwalk und den ukrainischen ‚Feministinnen‘ beginnen.

Beide Gruppen/Aktionen sind gekennzeichnet durch nackte Tatsachen. Das bedeutet soviel wie, je weniger Kleidung, desto mehr Protest. Als emanzipierte Frau fällt mir bei beiden Aktionen die Kinnlade auf den Boden. Wieso muss ich mich enthüllen um mich zu schützen? Ist es nicht genau diese Entblößung, die Männern gefällt? Aha, also nackt durch die Straßen laufen, herum schreien ich sei ebenfalls eine ‚Schlampe‘ und mehr Rechte fordern. Dabei das kapitalistische Werbemotto Sex Sells beherzigen und mir zufrieden auf die Schultern klopfen? NO WAY! Wenn ich auf ein Problem aufmerksam machen möchte, dann behalte ich meine Kleidung an und werde nicht zum Opfer, das ich nicht sein möchte. Letztendlich geht es doch hierbei um die Demütigung und Stilisierung der Frau als Objekt der Begierde. Ein Fantasiewesen, was die Gelüste befriedigen soll. Ewig dasselbe Spiel, seit Anbeginn der Menschheit. Dass mit nun Frauen sagen, ‚Zieh dich aus, du bist emanzipiert, entscheide selber wieviel Brust, Bein und Po du zeigen möchtest‘ macht die ganze Farce nicht besser. Im Gegenteil, das macht mich ziemlich stutzig. Nun reden Frauen wie notgeile Männer und das ist legitim und gut? Hmm, nein nicht wirklich.

Dann gibt es Schicksale von Frauen, die tragischer und trauriger nicht sein können. Beispielsweise in die Frauenhäusern in Afghanistans.

„Bebigil wurde an einen alten blinden Mann verkauft. „Für viel Geld“, sagt die Afghanin, die damals kaum zwölf Jahre alt war. Bebigil gelang die Flucht. Doch noch heute lebt sie in Angst, denn die Familie ihres 45-Jahre älteren Ehemannes will sie töten. Bebigil lebt in einem der 17 Frauenhäuser Afghanistans. Ihr Schicksal ist nur eines von vielen Tausenden in einem Land, in dem Gewalt, Missbrauch, Kinderehen und Zwangsheirat Alltag sind.“ (taz)

Um auf Bebigils und das Schicksal vieler Frauen aufmerksam zu machen, werde ich niemals meine Brust entblößen und in Reizunterwäsche auf der Straße protestieren. Denn damit tue ich weder ihr, noch mir einen gefallen. Lediglich den ekelhaften Männern, die mich gierig angaffen würden. Wem ist damit wirklich geholfen?

Auch die brutale Gewalt von Männern gegen Frauen in Pakistan ist düster und traurig. Wenn Frauen der Besitz eines Mannes werden, nimmt er sich das Recht über sie zu bestimmen. Dies hat absolut nichts mit Religion zu tun. Sie ergreifen Besitz über den Körper ihrer Frau und schänden ihn. Finger werden abgehackt, Nase abgeschnitten und Wunden zugefügt. Auch die Seelen dieser Frauen leiden Qualen. Wer als Gegenstand oder Eigentum betrachtet wird, dem fehlt die Möglichkeit auf Eigenständigkeit. Wie selbstherrlich so mancher Mann lebt, ohne dabei ein Fünkchen Menschlichkeit an den Tag zu legen. Es fehlt die Chance auf Entscheidungsfreiheit.

Die haben wir in den entwickelten Industriestaaten reichlich. Das ist in der Tat ein kostbares Gut. Und ich bin mehr als dankbar dafür. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Freiheit zu entscheiden überträgt sich auch auf die Kleidung. Und dies führt mich zu einem weiteren Punkt. Den Mode-Opfern. Ja ok, es wirkt nun bestimmt gehässig und gemein. Aber wer will leugnen, dass das nun folgende an den Haaren herbeigezogen ist? Falls es einen empört oder entrüstet, dann möge er mich kontaktieren oder für immer schweigen.  Nun gut.

Da wir über unseren Körper entscheiden können, dürfen wir auch entscheiden was wir anziehen. Eigentlich eine super Sache. Wenn da die Nutten-Kleidung nicht wäre, die mittlerweile ziemlich salonfähig geworden ist. Natürlich kann jeder anziehen was er möchte. Und ich darf im gleichem Atemzug auch kritisieren wie ich möchte. Wer sich so öffentlich zur Schau stellt, sollte berücksichtigen Kritik zu ernten. Besonders auffällig ist die rasante Zunahme an Nutten-Schuhen im Alltag. Ein Trend der Modeindustrie, der ziemliche böse sein kann. Plateauabsätze in allen erdenklichen Formen und Farben. Durchsichtig, Lack, Leder, spitz, süß, verspielt und rot. Alles was man kaufen kann ist gut. Und so wird der Dresscode von gewissen Damen zum Trend schlecht hin und wird im World Wide Web präsentiert. Mittlerweile sind sich die Damen nicht einmal zu schade, für die eigene Degradierung durch die böse Titulierung. Yeah, ich bin ne Bitch, und? Widerspruch? Fehlanzeige. So gesehen hier.

Da ist es kaum erstaunlich, dass sich amerikanische Stars exzellent demütigen und dabei so tun, als ob es Satire wäre. Besonders in dem angeblich ‚witzigen Werbespot‘, wo sich die schönen Hollywood Schauspielerinnen die Klinke in die Hand drücken, um sich als Opfer der sexualisierten Industrie zu brandmarken. Wo ist hier der Witz? Geschweige denn die Pointe? Ich kann sie beim besten Willen nicht ausfindig machen. Fassungslosigkeit war das einzige, was dieser scheußliche Clip bei mir auslöste.

Bravo meine Damen! Sie haben es geschafft, ich schäme mich für sie alle!

Eure Lina.

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