Leere

14 Jul

Rastlos ist dein Herz. Immer auf der Suche nach einem neuen Abenteuer. Niemals kommst du zur Ruhe. Denn du willst es nicht, kannst es nicht. Einen sicheren Hafen setzt du gleich mit Stillstand. Und für dich bedeutet der Stillstand dann auch Langeweile. Die willst du nicht riskieren. Irgendwie hast du Angst davor zur Ruhe zu kommen. Dich quält die Frage, was kommt dann? Und wenn nichts mehr kommt? Das schon alles war? Das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Denn du willst so viel mehr sehen, erleben, erreichen und dich permanent faszinieren lassen. Dein Puls darf niemals zur Ruhe kommen. Ewig am Limit lebend, willst du dein Leben gestalten.
So viele Traeume warten darauf verwirklicht zu werden. Deine Liste ist lang, sehr lang. Deshalb brauchst du Zeit, sehr viel Zeit. Zwar planst du ungern und möchtest nicht, dass andere dich in ihre Plaene integrieren. Du willst die absolute Souveraenitaet über dich selber haben. Niemand darf für dich bestimmen. Nur du alleine! Denn dein Leben ist Egozentrisch aufgebaut. Du bist dein eigener Star, der Mittelpunkt, das Zentrum und der Fokus. Um dich sollte sich alles drehen.

So wie die Erde sich um die Sonne dreht, sollen sich die Menschen in deinem Umfeld, um dich drehen. Ihr Licht soll auf dich Fallen, damit du strahlst. Denn wenn du strahlst, dann strahlen sie auch. Dann bist du zufrieden und glücklich.
Aber nicht dauerhaft. Denn durch deine Rastlosigkeit, bist du nie dauerhaft zufrieden. Immer auf der Suche nach dem Glück. Du kannst es nicht genau fest machen und bist unsicher. Kaum hast du etwas Glück, wirfst du es weg, weil du überfordert bist. Du weisst nicht, wie du damit umgehen sollst. Ist es wirklich Glück oder doch nur eine Einbildung? Ist es echt? Doch was ist schon echt? Es ist aber schön. Doch ist es in Ordnung, wenn man etwas schön findet. Zu schön um wahr zu sein? Aber…es ist…
Zu anstrengend? Zu anstrengend!
Also weiter, ohne Pause. Immer weiter, bis es keinen Morgen gibt. Nicht nachdenken, nichts hinterfragen. Alles so hinnehmen wie es ist. Und wenn es nicht mehr da ist?
Leere…
Eine grosse Leere…

Und dann wird diese Leere gefüllt. Mit allem, was dir geboten wird. Mit ALLEM. Ohne Anspruch oder Erwartung. Du nimmst alles. Dankbar, die Leere zu füllen. Doch pass auf, sei vorsichtig. Du kannst sie nicht füllen. Es tut mir sehr leid.
Sie wird weiterhin bestehen, denn sie war auch schon vorher da. Diese ekelhafte Leere in dir. Die du spürst, wenn du alleine bist. Wenn du merkst wie einsam du bist. Wie einsam dein Herz ist. Wenn du bemerkst, dass dein Leben so leer ist. So leer, wie du es dir niemals vorstellen wolltest. Du verdrängst es. Immer wieder aufs neue. So lange bis es nicht mehr geht. Lach deine Sorgen und die Leere weg. Vielleicht verschwindet sie dann auch. Vielleicht aber auch nicht. Und dann?

Dann kommt ein schwarzes Loch. Ein düstere Phase beginnt. Ich wünsche dir schon jetzt viel Kraft und Stärke. Mein herzliches Beileid.

Eure Lina.

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4 Antworten to “Leere”

  1. Akif Sahin Juli 15, 2011 um 02:30 #

    Gibt es denn wirklich nichts, womit man diese Leere füllen kann? Ich habe einmal gehört, dass die Liebe dazu in der Lage sein soll 😉

    • linawunderlich Juli 16, 2011 um 20:28 #

      Natürlich gibt es viele Dinge, mit deren Hilfe man diese Leere füllen kann. Beispielsweise bestimmte Elemente der Religion. Liebe ist aber ziemlich Universell. Ich bin davon überzeugt, dass nur der jenige, der sich selber liebt, auch in der Lage ist andere lieben zu können. Ich habe nämlich zu oft erlebt, dass die latente Unzufriedenheit mit der eigenen Person, Beziehungen zu anderen sehr stark gefährdet. Aber das Schlagwort ‚Liebe‘ kommt ja überall ganz gut an 😉

      • Hannah Gajsar September 5, 2011 um 21:38 #

        Ich denke, dass der Kern der Selbstliebe der Glaube an sich selbst ist. Um es mit Erich Fromm zu sagen:

        „Wenn wir keinen Glauben in uns selbst haben, ist unser Gefühl von Identität bedroht und werden wir von anderen Menschen abhängig, deren Billigung dann zur Grundlage unseres Identitätserlebnisses wird. Nur der Mensch, der Glaube in sich selbst hat, ist fähig, anderen treu zu sein, weil allein er sicher sein kann, dass er in der Zukunft der gleich sein wird wie heute und dass er daher auch später genauso handeln wird, wie er es heute, wie er es heute verspricht….Was die Liebe anbelangt, ist der Glaube in die eigene Liebe, in ihre Fähigkeit, bei anderen Menschen Liebe hervorzurufen, und in ihre Zuverlässigkeit eine ihrer Grundbedingungen.“

        Die Frage ist nur, wie erreicht man Glauben in sich selbst?

      • linawunderlich September 6, 2011 um 13:30 #

        Ein wunderschönes Zitat von Erich Fromm. Eine schwierige Frage. An sich selber Glauen beginnt wohl erst einmal damit, zu wissen was man ist. Um im zweiten Schritt sich darüber bewusst werden, ob man so sein möchte. Man muss von den Dingen die man macht und für die man eintritt überzeugt sein. An die Ideale und Normen glauben, die man vertritt, für die man steht. Dann ist man überzeugt und beginnt an sich zu glauben. Wenn man sich liebt, dann ist man auch in der Lage andere zu lieben. Denn wer sich, tief im Herzen verachtet und sein Handeln als falsch betrachtet, kann unmöglich andere lieben. Derjenige ist vollkommen leer und ausgehöhlt.

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