Paper Segen

22 Jun

Ich möchte auf einen sehr lesenswerten Beitrag hinweisen. Es geht um die Pentagon Papers aus der Zeit des Vietnamkrieges.

„Der 1931 geborene US-Ökonom Daniel Ellsberg, nach dem das Ellsberg-Paradoxon benannt ist, war ein hochrangiger Beamter des Pentagon während der frühen Phasen des Vietnamkriegs und Analyst bei der RAND Corporation, wo er an der geheimen Geschichte des Vietnamkrieges arbeitete, die als die Pentagon-Papers bekannt wurde. Nachdem es ihm nicht gelungen war, das Interesse an der als geheim eingestuften Geschichte im US-Kongress zu erwecken, spielte Ellsberg die Dokumente der New York Times und anderen Nachrichten-Organisationen zu, die dann der Nixon-Regierung trotzten, indem sie Artikel über die geheime Geschichte im Jahre 1971 veröffentlichten. Ellsberg wurde unter dem Espionage Act angeklagt, aber der Fall brach in sich zusammen, da bekannt wurde, dass Präsident Richard Nixon und andere hochrangige Regierungsvertreter rechtswidrige Handlungen begangen hatten, einschließlich eines Einbruchs in das Büro von Ellsbergs Psychiater, um Informationen zu suchen, die ihn hätten diskreditieren können.

Hier geht es zum vollständigen Beitrag.

Passt momentan ganz gut in den Kontext. Obama verkündet nämlich bald, dass es einen teilweisen Truppenrückzug aus Afghanistan geben wird. Wie Spiegel Online berichtet:

„Einen Preis haben seither wohl alle Seiten gezahlt in diesem Konflikt, der schon jetzt mehr als doppelt so lange dauert wie das Engagement Amerikas im zweiten Weltkrieg. Rund 100.000 Soldaten haben die USA heute noch in Afghanistan. Ein Drittel davon soll nun bis Ende kommenden Jahres abgezogen werden – rechtzeitig zur nächsten US-Präsidentschaftswahl, bei der Obama sich bei den kriegsmüden Landsleuten und der pazifistischen Basis um eine zweite Amtszeit bewirbt.

„Es ist Zeit, Afghanistan aufzugeben“

Viel mehr stand denn auch bis Dienstagabend noch nicht fest: Rund 33.000 US-Soldaten sollen heimkehren oder anderswo zum Einsatz kommen – die gesamte „Surge“, jene Anfang 2010 entsandte Truppenschwemme, die die Taliban-Kämpfer und Qaida-Terroristen endgültig aus ihren Verstecken treiben sollte. Trotzdem würden anschließend noch doppelt so viele Soldaten in Afghanistan verbleiben wie bei Obamas Amtsantritt im Januar 2009.

Auf welche Weise sich dieses Kriegsende auf Raten aber vollziehen soll, ob gestaffelt oder geballt, das wurde intern bis zuletzt heiß debattiert.

„Es ist Zeit, Afghanistan aufzugeben“, schrieb Kolumnist Richard Cohen in der „Washington Post“. „Von Anfang an ist die enorme US-Investition in Afghanistan ein Fehler gewesen.“ Doch die ersten Reaktionen zeigten, dass es Obama keinem recht machen kann – den einen wird es zu langsam gehen, den anderen zu schnell.

Nur das Enddatum des Einsatzes war ja sowieso schon bekannt: Ende 2014 soll Afghanistan die Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen, assistiert von einem Rest aus schätzungsweise 25.000 US-Soldaten. Doch es fehlte noch ein genauer Plan für den Abzug, vor allem angesichts der Wahl im November 2012.“

Ein obligatorischer Rückzug, der aber nicht erwähnt, dass der Schaden, der in Afghanistan angerichtet worden ist, sich über mehrere Jahrzehnte hinweg ziehen wird. Eine desolate Infrastruktur, ein mieser bis kaum vorhandener Weg zur Bildung und gefestigte Clanstrukturen. Ich bin gespannt auf die Afghanistan Papers, die wir in etwa 20 Jahren zu Gesicht bekommen werden.

Eure Lina.

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