Immer mehr…

16 Nov

Ob wir es wollen oder nicht. Wir sind gierig. Es ist eine menschliche Schwäche, die sich sehr schwer kurieren lässt. Wir unterscheiden uns lediglich darin, wobei unsere Begierde geweckt wird. Es gibt eine Bandbreite an Dingen, die dieses unermessliche Verlangen bei uns Menschen auslösen lässt.

Bei manch einem drückt sich das Begehren darin aus, dass er sein ganzes Leben nach Erwerb von Materiellen Gütern auslegt. Geld und Wertsachen spiegeln das Zentrum seines Lebens. Damit verbunden sind soziale Anerkennung und die Wertschätzung durch andere Menschen. Nach dem Motto: Wer viel hat, ist viel Wert. Andere wiederum ergeben sich den Gaumenfreuden. Die Nahrungsaufnahme wird nicht mehr zur lebenserhaltenden Aufgabe sondern zu einem übersteigerten Akt des Genusses. Auch hier gilt es nicht nur den Hungertrieb zu bändigen, sondern ein soziales Statement abzugeben. Die Möglichkeit Nahrung in großen und üppigen Mengen konsumieren zu können wird zu einem weiteren Statussymbol. Aber auch die unerschöpfliche Einkaufslust birgt große Gefahren mit sich. Experten stellen diese Art der Sucht auf eine ebene mit der Alkohol- und Drogensucht.

Eine gängige Erklärung für den Antrieb der Gier, ist die Behebung einer Mangelerscheinungen. Mangelerscheinungen treten erst dann auf, wenn Grundwerte fehlen. Manche Menschen suchen ihr Leben lang nach festen Werten, die ihnen Halt im Alltag geben. An denen sie sich orientieren können. Mit denen sie die Problemsituationen überwinden können. Ohne diese wichtigen Anker des Lebens, ist es schwierig das Leben zu meistern. Diese Werte sind immateriell und nicht ‚kaufbar‘ oder ‚konsumierbar‘. Man kann sie nicht abgepackt, in einem Regal auffinden und in den Einkaufskorb packen oder in der Umkleide anprobieren. Auch sind sie nicht mit Ratenzahlung zu erwerben.

Wenn jeder einzelne sein Verlangen zügeln würde und sich bescheidener verhielte, dann würde es gesünder für die gesamte Menschheit sein. Denn die Kunst ist es, sich aufs wesentliche zu beschränken und kleine Highlights zu genießen. Wenn diese kostbaren und besonderen Momente zum Dauerzustand werden und der Genuss zur Völlerei mutiert, dann beginnt die Gier Überhand zu nehmen. Und diese Zügellosigkeit ist schädlich. Sowohl in der Wirtschaft und Politik, als auch beim Einkaufen und Essverhalten. Abschließen möchte ich mit einem flotten Gedicht.

Eure Lina

Des Menschen Gier ist unersättlich,
giert gierig nur nach mehr mehr Mehr.
Führt seinen Kampf dabei unerbittlich;
schwimmt gegen hohe Wellen an im Meer.

Das, was er sieht, das möchte er haben,
kann er es gebrauchen oder auch nicht.
Kämpft sich durch manchen Festungsgraben,
nur haben,  haben hat für ihn Gewicht.

So übersieht er leicht den Sinn im Leben,
aus dem die ganze Weisheit zu ihm spricht.
Im Leben kann man nehmen, muss auch geben;
sonst lebt man sehr schnell hinter dem Licht.           (Norbert Wittke)

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2 Antworten to “Immer mehr…”

  1. Dybth Dezember 1, 2010 um 21:53 #

    Guter Artikel, Lina. Weiter so 🙂

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