Die Hure der Macht

12 Nov

Manchmal sind die Menschen sehr idealistisch. Sie glauben daran, dass Dinge verändert werden können, wenn sie auf die Straße gehen und einen Pappkarton in die Luft halten. Manchmal glauben sie auch daran, dass sich Dinge ändern, wenn sie einen oder ein Dutzend Protestbrief verfassen. Manchmal glauben sie auch daran, dass sich Dinge ändern, wenn sie in einer Zeitung einen Artikel schreiben. Einen, wohlgemerkt kritischen Artikel.

In den meisten fällen ändert sich rein gar nichts. Diese Aktionen sind lediglich Randerscheinungen in einer komplexen Struktur, die sich politische Beziehungen nennt. Es gibt Rahmenbedingungen, die der Mehrheit der Menschen erlauben auf die Straße zu gehen, ein paar Zeilen zu verfassen oder auch im Medium Fernsehen aufzutreten. Diese Möglichkeiten werden auch genutzt und wahrgenommen.

Dennoch ist es von besonderer Notwendigkeit sich einzugestehen, dass politische Entscheidungen im privaten getroffen werden. Manchmal auch in den Betten dieser Welt. Wer Einfluss üben möchte, wird zur Hure der Macht.

Es geht um private Treffen, Gespräche und Interessen. Wie häufig wurde der Verlauf von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Kriegen und Gewaltkonflikten durch das Zusammentreffen von Privatpersonen aus der Wirtschaft, Politik, Geldelite beeinflusst oder sogar gelenkt? Hinter einigen Aktionen stecken oftmals einzelne Individuen, die einen Konflikt für sich beanspruchen und diesen durch persönliche Macht lenken möchten. Oft sind die Gefälligkeiten, die dafür getan werde müssen ganz simple Dinge. Den unwissenden Massen wird dann ein Puppentheater vorgespielt. Mit einem großen medialen Spektakel. Viele Kameras, viele Journalisten, viele Menschen. Realpolitische die getroffen werden? Gering. Wann werden Entscheidungen getroffen? Wenn man bei einem Scotch/Rotwein/Bier beisammen ist und in einer persönlichen Atmosphäre über die Entwürfe der Europäischen Verfassung plaudert oder ein Schwätzchen über die Erhöhung des Militäretat für das Außenministeriums hält.

Sex ist in diesem politischen Kräfteverhältnis eine effektive Waffe. Genutzt wird sie all zu oft. Darüber gesprochen wird nicht. Sonst zeigt sich die Schwäche der Macht. Ein schwacher Moment entscheidet manchmal über das Leben von tausenden Menschen, einer gesamten Region. Zu oft erkennt man in diesem System, dass das Leben von Menschen in der Hand von einigen wenigen Menschen liegt. Nicht in den Händen von Demonstranten, Journalisten oder einzelnen die sich gegen Ungerechtigkeit auflehnen.

Sie erfüllen die Aufgabe die Massen zu informieren. Doch wenn eines Abends jemand bei einem Journalisten an der Tür klopft und ihn mit einem sauberen Schuss ins Herz oder in den Kopf ‚hinrichtet’, dann erlischt eine Informationsquelle.

Dann, wälzen sich die Huren dieser Welt in ihren warmen Betten. Sie fürchten niemanden, denn sie sind diejenigen, die Diese Welt regieren.

Eure Lina.

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