Tag der Deutschen Einheit

11 Nov

Nun hat unser neuer Bundespräsident Christian Wulff zum Tag der Deutschen Einheit eine sehr positive Rede gehalten. Hier einige Auszüge seiner kontrovers diskutierten Rede.

(…)20 Jahre nach der Einheit stehen wir vor der großen Aufgabe, mit dem Mut zur Veränderung neuen Zusammenhalt zu ermöglichen in einer sich rasant verändernden Welt.

Wenn mir deutsche Musliminnen und Muslime schreiben: Sie sind unser Präsident“ dann antworte ich aus vollem Herzen: Ja, natürlich bin ich Ihr Präsident! Mit der gleichen Leidenschaft und Überzeugung, mit der ich der Präsident aller Menschen bin, die hier in Deutschland leben. (….)

Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland. (…)

Dass Wulff in seiner Rede erwähnt, dass der Islam nun ebenfalls zu Deutschland gehört ist eine Tatsache. In den Massenmedien wird dies überspitzt und in einen negativen Kontext gestellt und betitelt als „Präsident der Muslime“.
Ok, Stopp! Habe ich da irgendwo etwas missverstanden? Also ist es ein verbrechen, wenn der Bundespräsident Deutschlands sagt, dass er ebenfalls der Präsident deutscher Muslime ist? Was ist daran entrüstungswürdig?
Dementsprechend verständnislos verfolge ich die Debatte darum. So richtig überrascht hat mich der ganze Wirbel letztendlich nicht wirklich. Immerhin ist es unter Muslimen in Deutschland allgemein bekannt, dass die Elite Deutschlands es nicht gerne sieht, wenn es positive Beispiele für die Integration muslimischer Mitbürger gibt. In diesen Momenten ergreifen Gestalten wie Buschowski (Bürgermeister Neukölns) das Wort und verweisen darauf „ muslimische Eltern, ihre Kindern auffordern, sich von Deutschen fernzuhalten, weil die ganze Gesellschaft sündig sei “.
Und nun? Ist er nun doch nicht unser aller Präsident. Jeder deutsche Staatsbürger ist doch gleich. Oder sind einige Deutsche gleicher als andere Deutsche? Gibt es irgendwo eine unsichtbare Qualitätsbarriere?
Ich hoffe doch nicht. Sonst müsste man sich über die Gesellschaftsstruktur Gedanken machen. Aber in einer Gesellschaft, wo eine beachtliche Mehrheit der Bürger und Politiker sarrazinöse Aussagen bekräftigt, ist es nicht verwunderlich, dass eine Ansprache eines politischen Funktionärs in eine derart negative Richtung gezogen wird.
Und wenn man doch den interreligiösen und –kulturellen Dialog auf ein neues Level hieven möchte, scheitert es. Diesmal, nicht an den Muslimen sondern an der deutschen Politikszene.

Eure Lina.

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